Hainburg - Nun ist es amtlich: Im Hainburger Gemeindevorstand wird die Stelle eines hauptamtlichen Ersten Beigeordneten geschaffen. Von Rudi König

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Mehr als 30 Zuhörer - das ist eine Rekordbeteiligung - verfolgten die Debatte in der Gemeindevertretersitzung zur Schaffung einer Stelle für einen hauptamtlichen Beigeordneten.
In namentlicher Abstimmung - einen entsprechenden Antrag hatten die Bürger für Hainburg (BfH) gestellt - votierten die 19 CDU-Fraktionsmitglieder für den Antrag ihres Bürgermeisters Bernhard Bessel, die 17 Mitglieder der Oppositionsparteien (SPD, Grüne, BfH und FDP) stimmten dagegen. Ein Mitglied der SPD fehlte an diesem Abend. Keine Mehrheit fand auch der konkurrierende Antrag der BfH, die bereits im Stellenplan 2012 ausgewiesene Stelle des Bauamtsleiters schnellstmöglich zu besetzen.
Bereits im August des vergangenen Jahres hatten die Christdemokraten die Änderung der Hauptsatzung mit einer Stimme Mehrheit verabschiedet. Der am 29. Januar 2012 zugelassene Bürgerentscheid wollte diesen Beschluss wieder rückgängig machen. Doch der Bürgerentscheid scheiterte. Gemeindevertretervorsteher Franz Kemmerer gab das Ergebnis noch einmal bekannt. Stimmberechtigte insgesamt: 11.269; Abstimmende insgesamt: 4027; ungültige Stimmen: 25; gültige Stimmen: 4002; Gesamtzahl der gültigen Ja-Stimmen 2790 und Gesamtzahl der gültigen Nein-Stimmen 1212. Zwar war die Mehrheit der abgegebenen Stimmen gegen einen hauptamtlichen Beigeordneten, aber das erforderliche Quorum vom mindestens 25 Prozent der Stimmberechtigten (2818 Stimmen) wurde um 28 Stimmen verfehlt. So musste die Gemeindevertretung nun endgültig über die Satzungsänderung entscheiden.
„Was die abstimmende Bevölkerung will ist eindeutig“, stellte Cliff Hollmann (Grüne) fest. In den einzelnen Wahlbezirken hätten teilweise bis zu 75 Prozent gegen den hauptamtlichen Beigeordneten gestimmt. „Wir brauchen keinen hauptamtlichen Beigeordneten“, so seine Meinung. Er forderte deshalb die CDU auf, den Antrag zurückzuziehen. Die Erbfolge- oder Nachfolgeregelung, wie er es nannte, sei nur im Interesse der Christdemokraten und nicht der Bevölkerung. „Bei unserem Defizit im Haushalt können wir uns das nicht leisten.“ Außerdem gab er zu bedenken, dass die erforderliche Kompetenz in der Verwaltung ja vorhanden sei, sie müsse nur aktiviert werden.
Ähnlich argumentierte auch Julia Zimmer (SPD): „Das Werben mit Vertrauen und Kompetenz des Bürgermeisters und der CDU ist nicht aufgegangen.“ Im Namen der 2790 mit Ja-stimmenden Bürger forderte sie ebenfalls die Rücknahme des Antrages.
Von einem Tag, der in die Geschichte der Gemeinde eingehen wird, sprach Ingrid Berger-Welzbach (FDP). Ihrer Ansicht nach benötige die Gemeinde für die Leitung des Bauamtes keinen Mitarbeiter mit Beamtenstatus. Sollte er den gestellten Aufgaben nicht gerecht werden, könne er nicht entlassen werden, ohne dass der Steuerzahler lebenslang Bezüge für ihn bezahlen müsste. Außerdem könnten durch Zuständigkeitsregelungen die ehrenamtlichen Beigeordneten viele Aufgaben übernehmen und dadurch zur Entlastung des Bürgermeisters beitragen. „Nehmen Sie zur Kenntnis, dass die Mehrheit der Bürger keinen hauptamtlichen Beigeordneten möchte. Der Wähler vergisst nie, die nächsten Wahlen kommen bestimmt. Respektieren Sie den Bürgerwillen.“
In den Augen von Wigbert Appel (BfH) habe lediglich der Landesgesetzgeber die CDU vor dem Waterloo gerettet. Er meinte damit das Quorum von 25 Prozent der Wahlberechtigten, das um ganze 28 Stimmen nicht erreicht wurde. Er erinnerte die Christdemokraten, daran, dass sie bei der Kommunalwahl selbst unter der magischen Grenze von 25 Prozent der Stimmberechtigten geblieben seien. Er forderte deshalb die politischen Konkurrenten auf, auf die Schaffung eines zusätzlichen hauptamtlichen Beigeordneten als „CDU-Bürgermeisterlehrling“ zu verzichten. „Mit ihrer Sturheit und ihrer Parteibuchwirtschaft leisten sie weder der Demokratie noch der Gemeinde einen guten Dienst.“
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