Hanau ‐ Der Steinheimer Rallyefahrer Gerhard Jakob und sein Beifahrer Norbert Thürichen aus Ostheim gehen am Donnerstag um 9.36 Uhr bei der 16. AvD-Histo Monte auf die rund 1 800 Kilometer lange Strecke mit Ziel Monte Carlo am Mittelmeer. Von Holger Hackendahl

© Hackendahl
Mit der Teilnahme an der AvD-Histo Monte geht für sie ein Jugendtraum in Erfüllung: Der Steinheimer Rallyefahrer Gerhard Jakob (rechts) und sein Beifahrer Norbert Thürichen mit ihrem 31 Jahre alten Audi 80.
Jeweils im Minutentakt starten auf dem Hanauer Marktplatz die 46 Fahrerteams, die sich dort am Mittwoch ab 18 Uhr auch der technischen Abnahme ihrer Fahrzeuge unterziehen müssen.
Gerhard Jakob und sein Kompagnon nehmen das Vier-Etappenrennen mit ihrem weißen Audi 80, Baujahr 1979, in Angriff. Das 31 Jahre alte Fahrzeug hat Jakob extra für die Teilnahme an der AVD-Histo-Monte restauriert. „Ich bin das erste Mal bei der Histo-Monte am Start“, spricht Gerhard Jakob von einem „lang gehegten Jugendtraum“.
Das Steinheimer/Ostheimer-Duo ist Rallyesport erprobt und hat auch einige beachtliche Erfolge eingefahren. Aber das ist lange her: Zuletzt bei der Walzbach-Rallye 1980 in Weingarten bei Karlsruhe siegte das Team. Danach hängten beide den Autoschlüssel an den Haken. Denn Rallyesport ist nicht ganz ungefährlich und die Familie war ihnen wichtiger geworden.
Ihr schneeweißer 60 PS-starker Audi 80, 1,3 Liter, muss dem Reglement nach mit Winterreifen und Schneeketten ausgerüstet sein. Schließlich geht es auch durch die französischen Seealpen und damit über Höhen von mehr als 1 600 Meter.
Während der rund 1 800 Kilometer langen Fahrt durch Deutschland, Frankreich, Italien und Monaco muss das Fahrerteam rund 30 „Sonderprüfungen auf Gleichmäßigkeit“ bewältigen. „Die Fahrerteams müssen eine Strecke von A nach B in einer gewissen Zeit, mit vorgegebenem Kilometerschnitt, zum Beispiel mit 50 km/h bewältigen“, erläutert Jakob. Die in fünf Fahrzeugklassen aufgeteilten „Jung-Oldtimer“ sind dann nochmals in die Kategorien „elektronische Wertung“ (GPS und Computer) und „Sanduhrenwertung“ unterteilt. In der „Sanduhrenwertung“, für die Jakob/Thürichen gemeldet haben, sind nur alte Meterzählgeräte und mechanische Zeitmessgeräte wie Stoppuhren erlaubt.
Nach Start auf dem Marktplatz wird die erste Sonderprüfung an der Burg Rodenstein im Odenwald abgenommen. „Wegen der Wetterverhältnisse wird eine Vorentscheidung über den Sieg wohl schon im Odenwald und Elsass fallen“, prognostiziert Jakob.
Am Starttag geht es dann über Pirmasens durch das Elsass nach Freiburg. Im Breisgau startet das Team am Freitag mit Ziel Aix-les-bains, einem bekannten Tour-de-France-Etappenort am Rande der französischen Alpen. Von dort aus geht es samstags bis kurz vor Monte Carlo. Der vierte Rallyetag führt die Fahrer über eine 300 Kilometer lange Strecke rund um Monte Carlo und auch über den Col de Turin nach Italien.
Am Sonntagnachmittag werden die Teilnehmer dann zur Krönung die Zieleinfahrt im Hafen von Monte Carlo genießen. Dann wird auch mit den Ehefrauen gefeiert, die die AvD-Histo-Monte im Begleitfahrzeug bewältigen.
Doch bis dahin gibt es noch einiges zu üben: Schneeketten anlegen zum Beispiel. Aber dafür herrschen ja auch in Steinheim zur Zeit beste Bedingungen...
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