Hanau - Ungeachtet des Austritts von zwei ihrer Fraktionsmitglieder und heftiger Kritik von Seiten der Linken steht die Fraktion der Grünen in der Hanauer Stadtverordnetenversammlung zu ihrer Entscheidung hinsichtlich der Freiheitsplatzbebauung. Von Dirk Iding
Gleichzeitig ruft die Fraktion die Grünen in Hanau zur Geschlossenheit auf. Nach der Fällung der Bäume auf dem Freiheitsplatz äußert Grünen-Fraktionschef Kamil Kasalak Verständnis dafür, dass diejenigen, die lange für den Erhalt der Bäume gekämpft hätten, enttäuscht und verbittert seien: „Wir müssen feststellen, dass unsere Fraktion unter anderem hierdurch zwei Mitglieder verloren hat und die Partei an dieser Stelle uneinig war.“ Die verbliebenen sieben Mitglieder der Grünen-Fraktion hätten jedoch dem Bebauungsplan für den Freiheitsplatz mit gutem Gewissen zustimmen können, weil er Ergebnis einer intensiven Beteiligung in der Bürgerschaft gewesen sei und viele Verbesserungen für die Stadtbibliothek und andere städtische Institutionen bringe, so Kasalak.
Die Grünen-Fraktion erhofft sich auch von den Kritikern der derzeitigen Planung in den eigenen Reihen eine konstruktive Mitarbeit und Unterstützung. „Wir können im Viererbündnis etwas erreichen, wenn der Ortsverband die Diskussionen sachlich voranbringt“, hoffen Kasalak, Weiß und Hilbig auf einen „Verbesserung der grünen Diskussionskultur“.
Derweil ist die Hanauer Grünen-Fraktion aus Sicht der Linken in Sachen Ökologie durch ihre jüngsten Beschlüsse vollkommen unglaubwürdig geworden. „Ökologie und die Hanauer Grünen-Fraktion schließen sich aus“, wettert die Hanauer Linken-Vorsitzende Michaela Block. Das zeige die mehrheitliche Zustimmung der Grünen zum „Wahnsinnsprojekt“ Freiheitsplatz und die Aussage des Grünen-Fraktionschefs Kasalak, man dürfe die Freiheitsplatz-Bebauung nicht nur unter ökologischen Belangen sehen. „Herr Kasalak hat wohl völlig verdrängt, aus welchem Grund sich die Grünen gegründet haben“, so Block. Aber auch Entscheidungen der Grünen zur Bebauung des Gleisbauhofs, wo eine für Kleingärten vorgesehene Flächen nun mit Reihenhäusern bebaut werden soll, und zum Baugebiet Venussee, das den Empfehlungen des Klimagutachtens widerspreche, zeigten das geringe ökologische Bewusstsein der Grünen-Fraktion.
Rubriklistenbild: © Kögel
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