Klein-Auheim - Sie hätten sich ja wirklich nicht gerade diese Gefrierschrank-Temperaturen aussuchen müssen. Mitten im tiefsten Winter erblickten im Wildpark „Alte Fasanerie“ 32 Frischlinge das Licht der Tierwelt. Von Holger Hackendahl

© Hackendahl
Ihnen macht die Kälte nichts aus: Die Polarwölfe lutschen zur Not auch das Eis, das Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel aus den Trögen schlägt.
„Wenn die erfahrenste Bache im Gatter wirft, ziehen auch die anderen Bachen der Wildschwein-Rotte nach“, kommentiert Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel den Nachwuchs von gleich sechs Bachen im Wildschweingehege unweit des Eingangs am Steinheimer Tor.
„Trotz der eisigen Temperaturen haben die Frischlinge gute Chancen zu überleben“, erläuterte Dr. Ebel, dass nasskalte Witterung der größere Feind des Wildschweinnachwuchses sei. „So lange es „nur“ trocken kalt bleibt, werden die Frischlinge es wohl schaffen.“
Bei den Thüringer Waldziegen haben in der Nacht zu Montag Zwillinge das Licht der Tierwelt erblickt, jetzt sind es dort schon drei junge Zicklein. Auch bei den Hausziegen gibt es schon Nachwuchs. „Bei Waldziegen sind Geburten zu dieser Jahreszeit völlig normal, denn der Ziegenbock hat im Herbst seinen hormonellen Höhepunkt“, erläutert Dr. Ebel.
Probleme mit der Kälte könnten die Störche bekommen, denn deren dünne Beine sind empfindlich gegen eisige Temperaturen. „Wenn es weiter so kalt ist, müssen wir sie einfangen und im Innengehege der Schneeeule unterbringen“, erläutert Dr. Ebel.
Für viele Wildparkbewohner wie Elch, die Hirscharten, Luchs und Wisent sind - weil sie als europäische Wildtierarten an das Klima angepasst sind – die derzeit herrschenden frostigen Temperaturen kein Problem. Durch ihr dichtes Unterfell sind sie gut gewappnet gegen den anhaltenden Dauerfrost „Der Schneeeule und den Polarwölfen fangen diese Temperaturen gerade an Spaß zu machen“, meint Dr. Ebel.
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