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Nachwuchs im Wilparkt Hanau: Im tiefsten Winter erblickten in der „Alten Fasanerie“ 32 Frischlinge das Licht der Tierwelt

„Fremdkuschler“ willkommen

Klein-Auheim - Sie hätten sich ja wirklich nicht gerade diese Gefrierschrank-Temperaturen aussuchen müssen. Mitten im tiefsten Winter erblickten im Wildpark „Alte Fasanerie“ 32 Frischlinge das Licht der Tierwelt. Von Holger Hackendahl

© Hackendahl

Ihnen macht die Kälte nichts aus: Die Polarwölfe lutschen zur Not auch das Eis, das Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel aus den Trögen schlägt.

„Wenn die erfahrenste Bache im Gatter wirft, ziehen auch die anderen Bachen der Wildschwein-Rotte nach“, kommentiert Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel den Nachwuchs von gleich sechs Bachen im Wildschweingehege unweit des Eingangs am Steinheimer Tor.

© HackendahlSaukalt sind die Nächte: Da hilft es, wenn man sich eng aneinander kuschelt. Für 32 Frischlinge im Wildschweingehege ist das in diesen Tagen überlebenswichtig.

„Wir bringen immer wieder frisches Stroh ins Gehege, damit sich die Wildschweinmutter mit ihrem Nachwuchs gegen die Kälte schützen kann.“ In den derzeit wahrhaft eiskalten Nächten mit Temperaturen unter minus 15 Grad zittern sich die nur wenigen 100 Gramm schweren Frischlinge durch die schweinekalten Nächte. Dicht aneinander gekuschelt liegen die gestreiften Winzlinge im mit Stroh ausgepolsterten Kessel. Zwei Bachen haben sich sogar in einem Kessel zusammengetan, um den Nachwuchs gemeinsam gegen die große Kälte zu schützen.

Im Geburtskessel liegen die „Überläufer“

In einem anderen Geburtskessel liegen auch noch so genannten „Überläufer“ - Frischlinge aus dem vergangenen Jahr - bei den nur wenige Tage alten Tierbabys, schützen sie so mit ihrem Körper vor der beißenden Kälte. Normalerweise würde die Bache die anderen Wildschweine vertreiben, doch in diesen eisigen Zeiten lässt sie die „Fremdkuschler“ gewähren…

„Trotz der eisigen Temperaturen haben die Frischlinge gute Chancen zu überleben“, erläuterte Dr. Ebel, dass nasskalte Witterung der größere Feind des Wildschweinnachwuchses sei. „So lange es „nur“ trocken kalt bleibt, werden die Frischlinge es wohl schaffen.“

© HackendahlAuch die Thüringer Waldziege hat in der „Eiszeit“ Nachwuchs bekommen.

Auch für die Tierpfleger ist es keine einfache Zeit, die tägliche Arbeit bei bis zu minus 15 Grad eine echte Herausforderung. Denn die Wasserleitungen in den Gehegen sind eingefroren. Deshalb muss angewärmtes Wasser in großen Kannen zu den Tieren gebracht werden. „Ein Wisent trinkt auch bei kalter Witterung bis zu 15 Liter am Tag. Die Wassertröge sind durch und durch gefroren, Sie müssen vorm Befüllen mit Frischwasser von der Wildpark-Crew erstmal vom Eis frei gehackt und gereinigt werden.

Zwillinge das Licht der Tierwelt erblickt

Bei den Thüringer Waldziegen haben in der Nacht zu Montag Zwillinge das Licht der Tierwelt erblickt, jetzt sind es dort schon drei junge Zicklein. Auch bei den Hausziegen gibt es schon Nachwuchs. „Bei Waldziegen sind Geburten zu dieser Jahreszeit völlig normal, denn der Ziegenbock hat im Herbst seinen hormonellen Höhepunkt“, erläutert Dr. Ebel.

Probleme mit der Kälte könnten die Störche bekommen, denn deren dünne Beine sind empfindlich gegen eisige Temperaturen. „Wenn es weiter so kalt ist, müssen wir sie einfangen und im Innengehege der Schneeeule unterbringen“, erläutert Dr. Ebel.

Für viele Wildparkbewohner wie Elch, die Hirscharten, Luchs und Wisent sind - weil sie als europäische Wildtierarten an das Klima angepasst sind – die derzeit herrschenden frostigen Temperaturen kein Problem. Durch ihr dichtes Unterfell sind sie gut gewappnet gegen den anhaltenden Dauerfrost „Der Schneeeule und den Polarwölfen fangen diese Temperaturen gerade an Spaß zu machen“, meint Dr. Ebel.

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