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Das „Blaue Haus“ wechselt für Heraeus die Farbe

Das „Blaue Haus“ wechselt für Heraeus die Farbe

Hanau - Das bekannte „Blaue Haus“ am Kurt-Blaum-Platz, soviel steht fest, wird bald nicht mehr blau sein. Ob Hanau an dieser Stelle dann ein „Weißes Haus“ hat, wie auf Computerbildern zu sehen, ist noch nicht entschieden. Von Christian Spindler

© Spindler

Die ersten Arbeiten im „Blauen Haus“ haben bereits begonnen. Bis zum März 2013 soll der achtstöckige Bau komplett saniert werden.

„Da wird auch Heraeus mitreden“, sagt Alptug Taskin, Projektleiter der englischen Hansteen Holding, dem Eigentümer des früheren Degussa-Komplexes zwischen Willy-Brandt- und Leipziger Straße. Denn für Heraeus wird das „Blaue Haus“ umgebaut. Der Edelmetall- und Technologiekonzern wird künftig der größte Mieter in dem 48.000 Quadratmeter großen Komplex.

Dass Heraeus seine Finger weiter am Kurt-Blaum-Platz ausstreckt, kommt nicht überraschend. Bereits vor einem Jahr, als Hansteen die Pläne für den Bau eines mittlerweile fertiggestellten Parkhauses mit 600 Plätzen auf dem Areal vorstellte, gab es erste Anzeichen dafür, dass Heraeus ins „Blaue Haus“ zieht.

Bei der gestrigen offiziellen Bestätigung des Umbauprojekts war die Freude darüber groß, dass sich an der prominenten Stelle etwas tut und das achtstöckige Gebäude saniert wird, das Degussa in den 80-er Jahren im Zuge des Umzugs nach Wolfgang geräumt hatte.

„Großer Schritt für das Objekt“

Von einem „großen Schritt für das Objekt“, sprach Ian Watson, der aus London angereiste Vorstandschef von Hansteen. Das Immobilienunternehmen, das europaweit 177 Objekte im Wert von 863 Millionen Euro besitzt, hatte das Karree 2008 aus einer Insolvenz gekauft.

Die ersten Entkernungsarbeiten im „Blauen Haus“ haben laut Projektmanager Taskin bereits begonnen. „Bis auf das Gerippe lassen wir nichts mehr übrige.“ Das Innenleben des achtstöckigen Hauses wird komplett erneuert.

Rund 8,5 Millionen Euro investiert Han-steen in die Sanierung des „Blauen Hauses“, in dem Büros für mehr als 400 Heraeus-Mitarbeiter entstehen sowie Schulungsräume, eine Caféteria und ein Dentallabor.

Vorbau soll abgerissen werden

In Kürze soll der unschöne Vorbau am „Blauen Haus“ abgerissen werden. Dort entsteht der neue Haupteingang in das Haus.

In Hanau sei diese Sanierung förmlich herbeigesehnt worden, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) bei der Pressekonferenz. Für Wirtschaftsdezernent Dr. Ralf-Rainer Piesold (FDP) ist das Vorhaben ein Zeichen dafür, dass sich „der Aufschwung in Hanau fortsetzt“.

Im März 2013 soll Heraeus einziehen. In das dann weiße „Blaue Haus“? Die Fassade soll mit einem künftigen Heraeus-Projekt korrespondieren, heißt es. Das Hanauer Unternehmen hat bekanntlich einen Teil des Stadtwerke-Gelände am Kurt-Blaum-Platz/Leipziger Straße gekauft und auch der Grüne Weg wird künftig teilweise zum Werksgelände gehören. Am Kurt-Blaum-Platz möchte Heraeus neben dem „Blauen Haus“ einen repräsentativen Verwaltungsbau errichten. Losgehen soll das aber angeblich erst nach 2013.

400 der 600 Stellpätze im neuen Parkhaus

Heraeus, das bereits 400 der 600 Stellpätze in dem neuen Parkhaus sowie das Freigelände eines früheren Autohauses an der Willy-Brandt-Straße nutzt, wird auf 8500 Quadratmetern der größte Mieter im früheren Degussa-Komplex sein. Unlängst ist dort auch die Krankenpflegeschule des Stadtklinikums eingezogen. Außerdem sind dort die 250 Mitarbeiter des Finanzamtes für drei Jahre untergebracht - bis das Behördenhaus am Freiheitsplatz saniert ist. Laut Francois Hagdorn, Gebäudemanager von Property AMI, haben sich ferner unter anderem die Vacuumschmelze (VAC), ein Rohstoffhandel, Schulungsunternehmen und einige Handwerksbetriebe eingemietet.

Die Hansteen Holding investiert nach eigenen Angaben inklusive Parkhaus-Neubau und der Hochhaus-Sanierung in den Degussa-Komplex insgesamt rund 14 Millionen Euro.

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