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„Potenzialanalyse für erneuerbare Energien“ vorgestellt: Online-Rechner als Entscheidungshilfe für Kommunen im Main-Kinzig-Kreis 

Größte Reserven stecken in der Windkraft

Main-Kinzig-Kreis - Für Prof. Dr. Martina Klärle von der Fachhochschule Frankfurt steht fest: „Die Energiewende muss in den Kommunen umgesetzt werden.“ Von Dirk Iding

Und dafür bietet der Main-Kinzig-Kreis offenbar gute Voraussetzung, wie die Leiterin des Forschungsprojekts „Erneuerbar komm!“ am Mittwochabend im Main-Kinzig-Forum vor Vertretern aus nahezu allen Kommunen des Main-Kinzig-Kreises erläuterte. Ihnen und den Mitgliedern von zwei Fachausschüssen des Kreistages stellte Klärle eine „Potenzialanalyse für erneuerbare Energien“ für den gesamten Main-Kinzig-Kreis vor, die der Kreis gemeinsam mit dem Verband „Spessart regional“ in Auftrag gegeben hatte.

Ergebnisse der Potenzialanalyse sowie den Online-Rechner findet man im Internet

Fazit der Studie: Wenn im Main-Kinzig-Kreis nur 30 Prozent der dafür geeigneten Flächen zur Erzeugung von Strom aus Sonne, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie genutzt würden, dann könnte der Strombedarf des Kreises zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen gedeckt werden. Für ihre Studie haben die Autoren bezogen auf die jeweiligen Kommunen anhand von vielfältigen Daten, etwa über den Gebäudebestand, die Größe von Freiflächen, Windgeschwindigkeiten und vieles mehr, das Potenzial für die alternative Energieerzeugung vor Ort ermittelt. Und sie haben daraus einen Online-Rechner erstellt, der dem Benutzer mit wenigen Klicks verdeutlicht, wieviel Ökostrom eine Gemeinde auf ihrem Gebiet aus den verschiedenen Quellen erzeugen kann.

„Auf einem guten Weg“

Für Landrat Erich Pipa (SPD) ist das eine wichtige Entscheidungshilfe für die Verantwortlichen in den Kommunen vor Ort und deren Bürger, wenn es um den Ausbau der erneuerbaren Energien geht. Und die sind nach Pipas Ansicht im Main-Kinzig-Kreis deutlich auf dem Vormarsch: „Wir sind in Sachen Öko-Energie noch kein Vorbild, aber auf einem guten Weg dorthin.“ So habe sich die Stromproduktion aus den erneuerbaren Energien in den Jahren von 2008 bis Ende 2011 im Main-Kinzig-Kreis auf 267 Millionen Kilowattstunden verdoppelt. Die installierte Leistung könne bereits jetzt rund 66 Prozent des privaten Strombedarfs abdecken, das entspreche rund 15 Prozent vom Gesamtstromverbrauch.

Im Main-Kinzig-Kreis besonders auf dem Vormarsch ist die Windenergie. Inzwischen gibt es kreisweit bereits 53 Windkraftanlagen, weitere mehr als 50 befinden sich in der Planung.

Insgesamt, so ein Ergebnis der Studie, könnten an dafür geeigneten Stellen, vornehmlich im östlichen Kreisgebiet, 357 Windkraftanlagen entstehen, die allein geeignet wären, fast das Dreifache des privaten Stromverbrauchs im Main-Kinzig-Kreis zu erzeugen. Das ist der höchste Wert aller untersuchten Energieerzeugungsformen. Der Strom aus Sonne könnte bei Ausnutzung aller Potenziale hingegen „nur“ 68 Prozent des Energiebedarfs privater Haushalte abdecken.

Aber was ist, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht? Gelingen, räumt auch Prof. Klärle ein, werde der Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energie nur, wenn Rahmenbedingungen erfüllt sind, die der Main-Kinzig-Kreis nicht beeinflussen kann. Beispielsweise die Einführung eines viel flexibleren Preissystems, der Aufbau einer zumindest europaweit intelligent verknüpften Energieerzeugung sowie vor allem technische Lösungen zur Speicherung von Öko-Strom.

Rubriklistenbild: © Ferdinand Lacour/pixelio.de

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