Main-Kinzig-Kreis - Für Prof. Dr. Martina Klärle von der Fachhochschule Frankfurt steht fest: „Die Energiewende muss in den Kommunen umgesetzt werden.“ Von Dirk Iding
Und dafür bietet der Main-Kinzig-Kreis offenbar gute Voraussetzung, wie die Leiterin des Forschungsprojekts „Erneuerbar komm!“ am Mittwochabend im Main-Kinzig-Forum vor Vertretern aus nahezu allen Kommunen des Main-Kinzig-Kreises erläuterte. Ihnen und den Mitgliedern von zwei Fachausschüssen des Kreistages stellte Klärle eine „Potenzialanalyse für erneuerbare Energien“ für den gesamten Main-Kinzig-Kreis vor, die der Kreis gemeinsam mit dem Verband „Spessart regional“ in Auftrag gegeben hatte.
Im Main-Kinzig-Kreis besonders auf dem Vormarsch ist die Windenergie. Inzwischen gibt es kreisweit bereits 53 Windkraftanlagen, weitere mehr als 50 befinden sich in der Planung.
Insgesamt, so ein Ergebnis der Studie, könnten an dafür geeigneten Stellen, vornehmlich im östlichen Kreisgebiet, 357 Windkraftanlagen entstehen, die allein geeignet wären, fast das Dreifache des privaten Stromverbrauchs im Main-Kinzig-Kreis zu erzeugen. Das ist der höchste Wert aller untersuchten Energieerzeugungsformen. Der Strom aus Sonne könnte bei Ausnutzung aller Potenziale hingegen „nur“ 68 Prozent des Energiebedarfs privater Haushalte abdecken.
Aber was ist, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht? Gelingen, räumt auch Prof. Klärle ein, werde der Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energie nur, wenn Rahmenbedingungen erfüllt sind, die der Main-Kinzig-Kreis nicht beeinflussen kann. Beispielsweise die Einführung eines viel flexibleren Preissystems, der Aufbau einer zumindest europaweit intelligent verknüpften Energieerzeugung sowie vor allem technische Lösungen zur Speicherung von Öko-Strom.
Rubriklistenbild: © Ferdinand Lacour/pixelio.de
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