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Klinikum Hanau muss noch mehr sparen

Nun doch ein Sanierungstarifvertrag

Hanau - Die rund 1300 Mitarbeiter des Klinikums Hanau GmbH müssen sich auf Gehaltseinbußen einstellen. Wie Klinikum-Geschäftsführerin Monika Thiex-Kreye bestätigte, wird es für das unter wirtschaftlichen Druck stehende Haus wohl doch einen Sanierungstarifvertrag geben. Von Dirk Iding

Einen entsprechenden Vorstoß habe man der Gewerkschaft ver. di zur Prüfung vorgelegt. Zu Details wollte sich die Geschäftsführerin gestern noch nicht äußern. Für kommende Woche sei eine Betriebsversammlung am Klinikum geplant.

Bislang hatte man gehofft, ohne einen solchen Schritt auskommen zu können. Doch der Kostendruck auf das Haus lässt einen Sanierungstarifvertrag nun unausweichlich erscheinen. Bereits am Mittwochabend hatte Thiex-Kreye einen erweiterten Kreis von Führungskräften aus allen Bereichen des Klinikums sowie Betriebsräte zu einer Konferenz eingeladen, bei der die Geschäftsführerin nochmals eindringlich auf die angespannte wirtschaftliche Lage des Klinikums hinwies.

In diesem Jahr liege das Defizit mit rund zwei Millionen Euro zwar im erwarteten Rahmen, doch Thiex-Kreye erklärte auch, dass dass Haus bei gleichbleibender Kostenstruktur schon in wenigen Jahren in „einen sehr, sehr kritischen Bereich kommen würde“. Als Szenario wurde bei der Krisensitzung dem Vernehmen nach sogar ein Verkauf des Klinikums in den Raum gestellt.

Kooperationen mit anderen Krankenhäusern eine Option

„Das aber wollen alle Beteiligten am Klinikum verhindern. Uns alle eint das Ziel, das Klinikum Hanau in städtischer Trägerschaft zu halten“, sagte Thiex-Kreye gestern. Das werde dauerhaft aber nur unter großen Anstrengungen möglich sein.

Zur Sitzung am Mittwochabend habe sie eingeladen, „um frühzeitig Transparenz zu schaffen.“ Jeder Mitarbeiter solle wissen, wie groß der ökonomische Druck auf das Haus ist und dass man dem jetzt entgegensteuern müsse. „Denn ein Krankenhaus gerät ja nicht über Nacht in eine Existenz bedrohende Situation“, so die Geschäftsführerin.

Weiteren Kooperationen mit Krankenhäusern in der Region, wie sie das Klinikum Hanau bereits derzeit unter anderem mit dem Hanauer St. Vinzenz-Krankenhaus (Labore, Radiologie) und der Uni-Klinik Frankfurt (Urologie) unterhält, steht Monika Thiex-Kreye offen gegenüber. Skeptisch bleibt sie allerdings in Sachen Krankenhausfusionen, etwa mit dem am Rand des Ruins stehenden Stadtkrankenhaus Offenbach, wie von manchem aus der Lederstadt angeregt wurde. Thiex-Kreye: „Das würde nichts bringen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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