231.03.09|Hanau|Hanau|
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Hanau - In einer Reihe öffentlicher Veranstaltungen will die Stadt Wege suchen, Hanauer mit ausländischem Pass oder nichtdeutscher Herkunft noch besser zu integrieren. Dazu hat der Magistrat eine Lenkungsgruppe gegründet, in der Vertreter der Fraktionen im Stadtparlament, des Ausländerbeirates und der Verwaltung sitzen. Von Erwin Diel
Die öffentliche Auftaktveranstaltung, zu der alle gesellschaftlichen Gruppen eingeladen werden, findet am 15. Juni statt.
In diesem Jahr seien zwei weitere Treffen mit „Workshop-Charakter“ geplant zu den Themenkomplexen Schule/Bildung sowie Jugend/Soziales, sagte Sozialdezernent Axel Weiss-Thiel gestern bei der Vorstellung eigener „Hanauer Wege“ zur Integration. Zwei weitere Treffen widmen sich im kommenden Jahr kulturellen und wirtschaftlichen Fragestellungen. Mitte nächsten Jahres werde dann debattiert, ob Magistrat und Stadtparlament konkrete Maßnahmen vorgeschlagen werden könnten.
Die Integration von Bürgern mit ausländischer Herkunft habe in Hanau eine lange Tradition, sagte OB Claus Kaminsky. In der Stadt leben etwa 18500 Bürger mit ausländischem Pass, ein Anteil an der Gesamtbevölkerung von 19,4 Prozent. Rechne man die Hanauer mit ausländischen Wurzeln hinzu, Bürger, die in der zweiten oder dritten Generation hier lebten, komme man leicht auf einen Anteil von 40 Prozent, sagte der Sozialdezernent. Die Menschen unterschiedlicher Herkunft seien gut integriert, es sei Tag für Tag ein friedliches und tolerantes Miteinander erlebbar. Das schließe nicht aus, dass manches noch besser werden könnte. „Vielleicht gibt es Ideen, auf die wir noch nicht gekommen sind,“ sagte Kaminsky.
Was ältere Migranten für Erwartungen an das Leben in der Stadt knüpfen, darüber soll eine umfangreiche Befragung Auskunft geben. Der Ausländerbeirat hat nach Angaben seines Vorsitzenden Muhammad Kalpakci einen mehrseitigen Fragebogen ausgearbeitet, der nun über die im Ausländerbeirat vertretenen Gruppierungen verteilt werden soll. Rund 4000 Migranten in der Altersgruppe älter als 55 leben in Hanau. Bei den vielfältigen Veranstaltungen des Seniorenbüros seien Migranten leider nur wenig vertreten. Offenbar sei die Hemmschwelle für diese Gruppe noch zu groß, sagte der OB.
In der Verwaltung betreut Gabriele Schaar-von-Römer von der Abteilung Umwelt und Integration die Lenkungsgruppe. Sie erhofft sich vom nun angeregten Diskussionsprozess auch mehr Öffentlichkeit für jene Angebote, die in Sachen Integration in Hanau schon laufen. In einer „Schatzsuche“ sollen bereits erfolgreiche Projekt aufgelistet und veröffentlicht werden. Beispiele sind etwa die Sprachförderung in den Kindertagesstätten, das seit vielen Jahren erfolgreich laufende Angebot „Mama lernt Deutsch“ oder die Arbeit der Sportvereine.
Prägten in der Vergangenheit die Zuwanderung großer Nationalitätengruppe wie Italiener, Spanier oder Türken die Integrations-Thematik, sei jetzt ein Wandel hin zu kleinen Gruppen aus ganz unterschiedlichen Ländern zu beobachten, sagte Weiss-Thiel. In Hanau leben inzwischen Menschen aus 178 Nationen.

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