Klein-Auheim - Der von Fischerzunft, Anglern und Naturschützern kritisierte Regenüberlauf aus dem Klein-Auheimer Kanalnetz in den Hellenbach bleibt. Von Erwin Diel
Mit einem Bündel von Maßnahmen will die Stadt jedoch von Kritikern behauptete schädliche Einflüsse durch die Einleitung ungeklärten Abwassers auf das Ökosystem Hellenbach und Altmainarm minimieren. Dazu zählen Umbauten an den Regenrückhaltebecken der ehemaligen Kläranlage Klein-Auheim und ein neues Bett für den Hellenbach am Unterlauf. Mögliche Änderungen stellten Umweltdezernent Dr. Ralf-Rainer Piesold (FDP) und der für den Eigenbetrieb Hanau Verkehr und Entsorgung (HVE) zuständige Stadtrat Axel Weiss-Thiel am Montagabend im Struktur- und Umweltausschuss des Stadtparlaments vor.
Den Einfluss des Regenüberlaufs auf Hellenbach und Altmain hat die Stadt von zwei Gutachtern untersuchen lassen. Bei Starkregen wird Schmutzwasser zunächst in Becken gesammelt. Wenn die vollgelaufen sind, fließt das Wasser über eine Schwelle in den Hellenbach, hinterlässt dort Toilettenpapier und andere feste Reste, die die Klein-Auheimer in den Toiletten runterspülen.
Eine weitere Million soll in die Umgestaltung des Hellenbachs zwischen dem Regeneinlauf und dem Hebewerk kurz vor der Hellentalbrücke fließen. Vorgesehen ist, in diesem Abschnitt dem Bach eine neues Bett zu geben. Erst kurz vor dem Hebewerk sollen der alte und der neue Hellenbach zusammenfließen. Dadurch soll die Selbstreinigungskraft des Gewässers gestärkt werden. Das alte Bachbett nehme den Regenüberlauf auf.
Während der Umbau in der alten Kläranlage über Abwassergebühren finanziert wird, hofft die Stadt bei der Verlegung des Bachs auf Zuschüsse aus der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Bei Gesprächen im Regierungspräsidium und im hessischen Umweltministerium seien Zuschüsse von 80 Prozent in Aussicht gestellt worden.
Die von Umweltschützern ins Gespräch gebrachte Verlegung der Hellenbachmündung oder die Verlängerung des Regenüberlaufs in die freie Mainstrecke sieht die Stadt skeptisch. Das erfordere Planfeststellungsverfahren, die zehn Jahre dauern könnten, sagte Dr. Piesold. Noch geprüft werde die Frage eines Durchstichs zwischen Main und Altmain und das Ausbaggern des Altmains.
Mit der Schwermetallbelastung in Bach und Main befasste sich Gutachter Dr. Klaus Frank. Dessen Ergebnisse waren bereits vorgestellt worden (wir berichteten). Mit dem Gutachten zum Regenüberlauf befassen sich die Ortsbeiräte Steinheim und Klein-Auheim bei einer gemeinsamen Sitzung am morgigen Donnerstag, 18 Uhr, im Sitzungssaal der Verwaltungsstelle Steinheim.
Rubriklistenbild: © Franz Haindl/pixelio.de
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