Hanau - Irgendwie ist es paradox: Weil die Polizei in der Stadt Hanau offenbar gute Arbeit geleistet hat, ist hier die Verbrechensrate laut Kriminalitätsstatistik 2011 des Polizeipräsidiums Südosthessen leicht gestiegen. Von Dirk Iding
Eine deutliche Zunahme der Rauschgiftkriminalität ist nach Angaben von Polizeipräsident Roland Ullmann dafür verantwortlich, dass in der Brüder-Grimm-Stadt entgegen dem Trend im übrigen Dienstbezirk des Polizeipräsidiums Südosthessen, die Fallzahl um 94 Delikte auf nunmehr 8009 Straftaten leicht angestiegen ist. Das Polizeipräsidium Südosthessen umfasst die Städte Hanau und Offenbach sowie den Kreis Offenbach und den Main-Kinzig-Kreis.
Im Bereich der Rauschgiftkriminalität weist die 2011er Statistik für die Stadt Hanau ein Plus von 380 Fällen auf nunmehr 558 Straftaten aus. Das bedeutete einen mehr als 46-prozentigen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Nach Angaben von Polizeipräsident Ullmann spiegelt sich darin allerdings die erhöhte Fahndungs- und Kontrolltätigkeit der Polizei wider. So seien die Beamtinnen und Beamten des Streifendienstes mittlerweile besonders geschult, um Fälle von Drogenmissbrauch hinterm Steuer zielsicher zu erkennen. Der Einsatz von Drogenschnelltests, die im Bereich des Polizeipräsidiums mittlerweile flächendeckend zur Verfügung stehen, erleichterten die Polizeiarbeit.
Allein im Umfeld der alljährlichen Raver-Party „Love Family Park“ kontrollierte die Polizei im vergangenen Jahr 168 Fahrzeuge und 756 Personen. In 201 Fällen wurden Strafanzeigen erstattet, davon resultierten 194 aus Drogendelikten, berichtete die Polizei.
Vor allem Wohnungs- und Geschäftseinbrüche sowie Autoaufbrüche sind in der Stadt Hanau zum Teil deutlich zurückgegangen. Während der Rückgang bei den Geschäftseinbrüchen mit minus 3,6 Prozent auf aktuell 160 Fälle noch vergleichsweise gering war, machten sich der zwölfprozentige Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen (219 Fälle) und der fast 15-prozentige Rückgang bei den Autoaufbrüchen (317 Fälle) in der Statistik schon deutlicher bemerkbar.
Auf der anderen Seite musste die Polizei bei der Gewaltkriminalität, die insgesamt glücklicherweise nur einen geringen Teil des Kriminalitätsaufkommens ausmacht, Steigerungen in verschiedenen Bereichen registrieren. So gab es im vergangenen Jahr 72 Straßenraube in Hanau, ein Plus von 18 Fällen gegenüber 2010. Bei fast 60 Prozent der Überfälle konnten die Täter ermittelt werden. „Nie lag die Aufklärungsquote für solche Delikte höher“, erklärte Ullmann.
Auch die Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung sind im vergangenen Jahr in der Stadt Hanau leicht um fünf Straftaten auf nunmehr 91 Delikte angestiegen. Hier lag die Aufklärungsquote mit 87,9 Prozent besonders hoch.
Jede fünfte verübte Straftat zählt mittlerweile zu den Betrugsdelikten. Betrügereien aller Art nehmen damit in der Gesamtkriminalität eine wachsende Bedeutung ein. Für Hanau weist die Kriminalitätstatistik 2011 einen leichten Anstieg der Betrugsstraftaten um 58 Delikte auf nunmehr 1492 Fälle auf. Dabei sollten Betrüger allerdings gewarnt sein. Denn mit einer Aufklärungsquote von sehr hohen 92,6 Prozent laufen Nepper, Schlepper und Bauernfänger in der Brüder-Grimm-Stadt große Gefahr, für ihr ruchloses Handeln zur Rechenschaft gezogen zu werden.
Rubriklistenbild: © Paul-Georg Meister/pixelio.de
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