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Stolpersteine“ des Künstler Gunter Demnig erinnern in Steinheim an Opfer des Nazi-Terrors

Biografische Daten im Pflaster

Steinheim - Sie hießen Oppenheim, Selig, Oppenheimer, Mayer oder Herz, ihre Familien lebten teils seit Jahrhunderten in Steinheim. Unter der Nazi-Diktatur wurden sie verschleppt, ermordet oder mussten auswandern. Von Erwin Diel

Der Künstler Gunter Demnig vor dem Haus Steinheimer Vorstadt 24. in dem bis zum November 1938 Jakob und Emma Oppenheim ein Textilgeschäft betrieben.

© Diel

Der Künstler Gunter Demnig vor dem Haus Steinheimer Vorstadt 24. in dem bis zum November 1938 Jakob und Emma Oppenheim ein Textilgeschäft betrieben.

Seit gestern erinnern an die Steinheimer Juden die ersten 14 „Stolpersteine“. Der Künstler Gunter Demnig verlegte die von ihm geschaffenen Steine.

Ein überparteilicher und überkonfessioneller Arbeitskreis engagierter Bürger aus Steinheim hat Demnigs Kunstprojekt aufgegriffen. Mit den „Stolpersteinen“ will der Arbeitskreis an die Vertreibung und Ermordung der Steinheimer Juden erinnern. In mehrjähriger Arbeit wurden dazu Informationen zur Deportation der Juden aus Steinheim gesammelt. In einer Ausstellung waren vor gut einem Jahr die Nachforschungen der Öffentlichkeit präsentiert worden.

Die „Stolpersteine“ tragen kleine Messingplatten, auf denen Namen und biografische Daten der Menschen stehen, an die sie erinnern sollen. Seit 2004 hat Demnig an mehr als 500 Orten in Deutschland und im europäischen Ausland Steine verlegt. Sie werden, wo immer möglich, im Straßenraum vor den Wohnhäusern der Opfer in den Boden eingelassen.

Auftakt vor der ehemaligen Synagoge

Der Auftakt gestern in Steinheim war vor der ehemaligen Synagoge an der Ingelheimstraße. Dort lebte bis zur Pogromnacht 1938 der Lehrer und Rabbi Leopold Oppenheimer mit seiner Frau Mathilde. Nach der Zerstörung der Synagoge und der Wohnung lebten die Eheleute in Frankfurt, sie konnten 1939 zu ihrem Sohn nach Argentinien ausreisen.

Insgesamt sollen im Rahmen des Projekts 23 „Stolpersteine“ in Steinheim verlegt werden. Ein Termin für die zweite Pflasteraktion sei noch nicht festgesetzt, sagte Burkhard Huwe, der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins und Mitglied im Arbeitskreis zum Erinnern und Gedenken im Alltag an die Steinheimer Opfer des Nationasozialismus.

Mit kurzen Lesungen erinnerte der Arbeitskreis vor dem jeweiligen Wohngebäude an die einstigen Bewohner. Abschluss der Pflasteraktion war mit einer Gedenkstunde in der Harmoniestraße vor dem Geburtshaus von Arthur Mayer, der 1944 im Lager Auschwitz-Birkenau ermordet wurde.

An einer Gesprächsrunde am Abend im Kardinal-Volk-Haus nahmen unter Moderation des Publizisten Hartmut Schmidt neben dem Künstler Gunter Demnig Angehörige der Opfer, Schüler sowie Vertreter gesellschaftlicher Gruppen teil.

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