411.05.10|Hanau|Hanau|
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Hanau ‐ Die Schlangen bezischeln sich giftig, in der Warzenschweinherde regt sich Unmut über den Anführer, die verfeindeten Löwensippen leben im ständigen Kampf um die Vorherrschaft über die Wasserstelle. Von Dieter Kögel

© Kögel
Als farbenfrohes Spektakel begeisterte das Musical „Simba“, das die Gruppe „Flip Flops“ im Comoedienhaus präsentierte.
Kein Wunder also, dass die Hyänen leichtes Spiel haben, alle gegeneinander auszuspielen. Wären da nicht das Löwenjunge Simba und die Löwenprinzessin zusammen mit ihren Freunden, für die der Zusammenhalt über allem Streit steht. Ein kleines Lehrstück in Form bester Unterhaltung also, dass die Jüngsten der Hanauer Musicalgruppe erstmals auf die Bühne des Comoedienhauses gebracht haben. Über 30 Darsteller verliehen dem Musical „Simba“ unter der Regie von Iris Pauly, Annett Riedel und Andrea Köhler Leben. Sie tanzten, sangen und spielten sich vor ausverkauftem Haus durch die gelungene Premiere.
Schon als sich der Vorhang hebt, wird der Besucher in die fremde Welt entführt. Warmes, orangenes Licht erinnert an die Glut der untergehenden Sonne über der Savanne, Steppenbäume, Elefanten und Giraffen sind auf dem Hintergrundvorhang zu sehen. Davor ein kahler Baum, eine Palme, eine mit Schilf bestandene Wasserstelle und Kulissen aus nackten Felsen. Ein fantasievoller Rahmen, in dem langsam die Geschichte ihren Lauf nimmt.
In kleinen Szenen stellen sich die Tiere vor, jede Spezies hat ihre eigene Melodie, und jede Tierart innerhalb der Herde ihre ureigenen Streitereien. Da kommen die witzigen Pointen mit Inbrunst von den kleinen Schauspielern über den Bühnenrand, die spritzigen Dialoge sorgen für große Heiterkeit bei den Zuschauern.
Auch ist zu spüren, dass sich die jungen Darsteller lange mit den Bewegungsmustern der Tiere befasst haben. Ständig in Bewegung ist die Affenbande, behäbig und gewichtig die Elefantenfamilie, die Warzenschweine ziehen ihre Bahnen im Trippelschritt, wachsam die Hyänen, immer hungrig die Krokodile, deren Taktiken zur Nahrungsbeschaffung immer wieder zu herrlichen kleinen Akten werden.
Märchenhaft auch die Kostüme aus der Werkstatt der Flip Flops. Und es berührt, wenn sich die Tierkinder verbünden, den gefahrvollen Weg ins „Tal der Knochen“ antreten, um sich vom Geist des großen Elefanten Rat zu holen. Und es überrascht, dass in dem verwunschenen Winkel der Steppe plötzlich wie durch Zauberei die Knochen verstorbener Elefanten zu tanzen beginnen, um die Eindringlinge zu vertreiben. Der Sonderapplaus für den gelungenen Einsatz der Schwarzlichttechnik war garantiert.
Dass die Technik der vielen Headsets zuweilen etwas rebellierte, oder vor Aufregung bei der Premiere manchmal der Text in der endlosen Weite der Savanne zu verglühen schien, das tat der farbenprächtigen und unterhaltsamen Inszenierung keinen Abbruch. Auch dass nicht jede Stimme gleich eine Singstimme ist, war bei manchen Liedern zu hören.
Aber zu hören und zu fühlen war auch durchweg, mit welcher Begeisterung und Überzeugung das Ensemble agierte und wie sie die Geschichte von Simba mit viel Seele füllten. Und das allein zählt.

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