516.07.09|Hanau|Hanau|
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Hanau - Der weiße Bauch, die Borstenmähne und das Mehlmaul sind Charakteristika der Przewalskis. Mehlmaul nennt man die Schnauze, „weil sie aussieht als sei sie in einen Sack Mehl getaucht“, sagt Professor Henning Wiesner. Von Christian Spindler

© op-online
Das Großauheimer Wildpferde-Projekt wird zunächst aus Mitteln der Bahn finanziert, die über „Ökopunkte“ einen Ausgleich leistet für den Bau einer ICE-Trasse. Die Tiere sollen von München nach Hanau kommen.
Der 64-jährige Direktor des Münchner Zoos Hellabrunn ist Spezialist für die Urwildpferde. Er hat vor Jahren ein internationales Artenschutzprogramm initiiert und ist auch einer der Motoren für die Ansiedlung der Urwildpferde auf dem früheren US-Truppenübungsgelände Campo Pond in Großauheim (wir berichteten).
Am Dienstagabend wurde das Projekt im Congress Park erstmals öffentlich vorgestellt - und stieß auf enorme Resonanz: Mehr als 350 Zuhörer lauschten den Ausführungen Wiesners und anderer Experten und sahen einen Film über die 2004 begonnene Przewalski-Auswilderung.
Noch im August soll die erste Zuchtgruppe von München nach Hanau kommen: erst drei oder vier Stuten, dann ein Hengst. Nur gut acht Monate werden dann von der ersten Idee bis zum Projektstart vergangen sein. „Ich habe noch nie erlebt, dass Behörden in so kurzer Zeit so aktiv zusammenarbeiten“, sagt Wiesner. Gemeint sind die Stadt und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und deren Abteilung Bundesforst.
In den vergangenen Wochen wurden knapp vier Kilometer Holzzäune für eine 30 Hektar große Koppel errichtet. Die wiederum befindet sich in dem FFH-Gebiet, das durch einen starken, aus US-Militär-Zeiten stammenden Zaun gesichert ist.
Auf Campo Pond werde „eine Art Mini-Nationalpark“ entstehen, so Wiesner, der ähnliche Projekte in Tennenlohe bei Nürnberg, in Cottbus und im Bayerischen Wald mitinitiiert hat.
Nach und nach will man in Großauheim mehrere Przewalski-Zuchtgruppen ansiedeln, und einige Tiere eventuell später auswildern nach Kasachstan, wo der Münchner Zoodirektor mit dem dortigen Nationalpark Altyn Emel die Wiedereinbürgerung der Steppenpferde in deren Heimat betreibt.

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