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Atrium in Heusenstamm als „Oase der Ruhe“: Elternbeirat, Förderverein und Lehrkräfte des Adolf-Reichwein-Gymnasiums planen Umbau des Innenhofs

Atrium als „Oase der Ruhe“

Heusenstamm - Wer sich an seine Schulzeit erinnert oder regelmäßig seine Kinder zum Unterricht bringt, wird diesen Ort kaum als „Oase der Ruhe“ bezeichnen. Von Michael Prochnow

© Michael

Matthias Mann (Mitte) vom Rotarier-Club Offenbach-Dreieich überreichte den Scheck an Schulleiter Siegfried Ritter (links) und Ismail Tipi, Vorsitzender des ARG-Fördervereins.

Nicht nur Lehrkräfte sehnen sich da zuweilen nach Stille, auch manche Schüler suchen nach Räumen, in denen sie sich gelegentlich vom Trubel zurückziehen können. Darum planen Elternbeirat, Förderverein und Lehrkräfte im Adolf-Reichwein-Gymnasium (ARG) eine Stätte der Muße zu schaffen. Dazu haben sie den Innenhof im A-Gebäude auserkoren, der seit Jahren ungenutzt dahindümpelt.

Biologie- und Geographie-Lehrerin Silke Rauch hat zusammen mit Peter Matteo, Vater eines Schülers und beruflich in der Baubranche tätig, bereits Pläne für eine Umgestaltung des Atriums geschmiedet, erzählt der Schulleiter und lobt das Engagement der Beteiligten. Der Elternbeirat und der Förderkreis des ARG unterstützen das Projekt und versuchen mit Aktionen, das Geld für die Realisierung zusammen zu bringen, erläuterte Ismail Tipi, Erster Vorsitzender des Vereins.

Kosten in Höhe bis zu 40.000 Euro

Nach den ersten Berechnungen der Landschaftsarchitektin Ulrike Dörflinger aus Kelkheim werde das Vorhaben zwischen 35- und 40.000 Euro kosten. Einen gewichtigen Beitrag, um diese Summe schultern zu können, leistete der Rotary-Club Offenbach-Dreieich. Sein Präsident Matthias Mann brachte gestern einen großen Demonstrations-Scheck mit ins Direktorat, Symbol für die Überweisung von 1000 Euro auf das Konto des Fördervereins.

Die Summe stammt zuvorderst aus dem Erlös des Rotary-Stands auf dem Nikolausmarkt der Schlossstadt. Die Gemeinschaft, der gemäß der Rotary-Tradition nur Männer angehören, hatte Bethmännchen und Plätzchen verkauft, die ihre Ehefrauen nach überlieferten Rezepten gebacken haben. „Wir wollten das Geld in Heusenstamm lassen“, begründet Mann die Entscheidung, die „Oase“ am Gymnasium zu fördern.

„Viele der notwendigen Arbeiten können nicht von ehrenamtlichen Helfern ausgeführt werden“, erklärt Schulleiter Siegfried Ritter. Für einige Vorgänge müssten Geräte wie Bagger in den Hof gebracht werden. Das Gelände müsse zuerst entwurzelt werden, wobei noch nicht sicher sei, ob der Feigenbaum stehen bleiben könne, berichtet der Schulleiter vom Stand der Dinge.

Kräuterspirale auf der Westseite

In jedem Fall soll die Kräuterspirale auf der Westseite des Areals erhalten werden. Auf dem kreisförmig ansteigenden Beet gedeihen mehrere Pflanzen zum Würzen von Speisen. Eingerichtet werden soll eine Terrasse aus Pflaster, Platten oder Bahnenware auf der Nordseite. Sie kann über die beiden Zugängen vom Treppenhaus des A-Gebäudes her betreten werden und soll mit Sitzmöbeln ausgestattet werden. So genannte Sitzkanten, halbkreisförmig angeordnete Stufen, bilden eine kleine, offene Arena für Veranstaltungen.

Ritter denkt dabei an öffentliche Lesungen und Konzerte in einer besonderen Atmosphäre. Während der Unterrichtszeit soll der Hof aber den Oberstufen-Schülern vorbehalten sein. Sie sollen in der „Oase“ in einem anregenden Ambiente lesen und arbeiten können. Zum Konzept passe es, dass der Ruheraum auch von der Schülerbücherei aus zugänglich sei, betonte der Direktor.

Der weist auch eine Laube mit Bänken aus, den vorhanden Teich, Hecken sowie Rasenstufen. Wegen der Höhe der geschätzten Kosten müsse der Beginn der Arbeiten vom Frühjahr in den Herbst verlegt werden, informierte Ritter. Er rechnet damit, dass die Arbeiten innerhalb von vier bis sechs Wochen abgeschlossen sind.

Bis zum ersten Spatenstich sollen anspruchsvolle Kulturereignisse und ein Sponsorenlauf weiteres Geld in die Kassen spülen.

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