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Jugendzentrum Heusenstamm : Mit Skorpion, Echse und Schlange ist Petra Simon

Nur Dinos fressen Menschen

Heusenstamm - Meist ist es Unwissenheit, die bei Menschen Angst auslöst. Dass diese Angst bei vielen Tieren unbegründet ist, verdeutlicht Tier-Expertin Petra Simon bei einem Besuch von Kindern zwischen acht und 14 Jahren im Jugendzentrum (Juz) an der Rembrücker Straße. Von Peter Petrat

© Petrat

Den kleinen Basilisk dürfen die Kinder im Heusenstammer Jugendzentrum vorsichtig anfassen.

So aufgeregt wie vor dem Vortrag über große Missverständnisse bei Tieren sind die jungen Juz-Besucher selten. Doch bevor Skorpion, Schlange und Echse bestaunt werden dürfen, erläutert Tier- und Artenschutzreferentin Petra Simon, dass man vor kaum einem Tier wirklich Angst haben müsse. „Ich habe gedacht, jetzt kommt eine Schlange rein und mein Kopf ist weg“, ruft eines der Kinder. Damit bestätigt es die Kernaussage der Expertin, dass viele Tiere in der Vorstellung als böse, gefährlich und feindselig angesehen werden. Als ob sie nur darauf warteten, Menschen zu beißen, zu kratzen oder aufzufressen. Angst sei zwar ein wichtiges Gefühl beim Menschen, um ihn vor gefährlichen Dingen zu schützen, sagt Petra Simon. Doch sind nur die wenigsten Tiere für den Menschen gefährlich.

„Kennt ihr ein Tier, das sich von Menschen ernährt?“, fragt sie. „Dinos“, antwortet eines der Kinder. Da die aber zum Glück schon lange ausgestorben sind, stehen Menschen ganz oben in der Nahrungskette. „Uns isst keiner, aber in den verschiedenen Ländern der Welt essen wir Menschen fast jedes Tier“, führt Simon aus.

Die Angst entstehe, weil viele Menschen kaum etwas über solche Tiere wissen. Besonders das so genannte „gefährliche Halbwissen“ trage zu falschen Vorstellungen bei. „Denn wenn man etwas nicht weiß, dann stellt man sich immer schreckliche Sachen vor.“ Ein tolles Beispiel dafür seien Spinnen. Diese würden oft als riesig groß und fies beschrieben. „Dabei können uns Spinnen nicht so sehen, wie wir sie sehen können“, erklärt die Expertin. Tiere wollen bei Kontakt mit dem Menschen meist nur flüchten. Geht das nicht, geben sie typische Signale von sich. Hunde knurren, Katzen fauchen, Klapperschlangen klappern und zischen.

Die Sprache der Tiere verstehen

Tiere signalisieren, dass sie einfach nur in Ruhe gelassen werden wollen. „Wir Menschen können reden, um Konflikte zu lösen“, versucht Petra Simon den Kindern zu erklären. „Tiere haben auch eine Sprache, aber wir müssen sie verstehen können“. Werden sie nicht verstanden, müssen weglaufen oder zu ihrem Schutz beißen und kratzen. Wer also eine Katze in die Ecke drängt, der lässt dem Tier kaum eine andere Wahl als anzugreifen.

Besonders eindrucksvoll demonstriert Petra Simon danach, dass sogar giftige Skorpione nicht stechwütig sind. „Fasst man sie von oben an oder tritt man auf sie, fühlen sie sich bedroht und stechen zu“, sagt Simon. Und nimmt den Skorpion, den sie mitgebracht hat, ohne Probleme aus der Kiste auf ihre Hände.

Ein weiteres Beispiel für ein falsches Bild, das nicht nur Jugendlichen vermittelt werde, sei der Basilisk, der in „Harry-Potter“-Filmen vorkomme. Als bösartige Schlange werde diese Leguan-Art dargestellt, die Menschen mit ihrem Blick zu Stein erstarren lassen könne. „Dabei ist es noch nicht einmal eine Schlange“, weiß die Expertin, „sondern eine kleine Eidechse.“ Und dass sich ein Basilisk „ganz toll“ anfühlt, davon können sich die Kinder selbst überzeugen. Vorsichtig streicheln sie das gelb schimmernde Tier.

„Ich“, „ich“, rufen die Kinder durcheinander, als Petra Simon fragt, wer denn gern ein Eichhörnchen streicheln würde. Und gerade von den putzigen Nagern werde sie häufig schmerzhaft gebissen.

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