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Spielleut um Eva Zeidler und Bernd Fischer feiern Erfolg in Heusenstamm

Geschichte auf der Bühne erlebbar

Heusenstamm - Es war ein Abend voller Überraschungen, den die Heusenstammer Spielleut ihrem Publikum am Bannturm geboten haben. Und dies wurde belohnt, mit lange anhaltendem Applaus, mit Begeisterungspfiffen und Bravo-Rufen. Von Claudia Bechthold

Eva Zeidler und Bernd Fischer beim Schlussapplaus.

© Bechthold

Eva Zeidler und Bernd Fischer beim Schlussapplaus.

Die „Geschichten aus der Geschichte“, geschrieben von Eva Zeidler, ergänzt von Bernd Fischer, inszeniert von jenen Beiden mit Unterstützung von Eva Schumann, waren ein großer Erfolg. Am Ende war auch Landrat Oliver Quilling begeistert.

Geschichte in dreizehn Szenen waren zu erleben, meist erzählt an den Schicksalen kleiner Leute. Jenem der alten Frau etwa, die in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts das von der Pest und den Schweden heimgesuchte Dorf Heusenstamm nicht verlassen will. Oder dem des ehrenamtlichen Bürgermeisters von Rembrücken, dessen Arbeit an einem Tag des Jahres 1837 geschildert wird. Es ist erlebbar gemachte Geschichte, die da auf der Bühne zu sehen war. „Eigentlich sollten alle Schüler in Heusenstamm dieses Stück sehen“, meinte eine Zuschauerin nach der Vorstellung.

Erzählt wird auch von der Angst der Menschen im ausgehenden 19. Jahrhundert vor der sich ausbreitenden Technik, am Beispiel eines Portefeuillers, der von seinem Arbeitsplatz in Offenbach lieber nach Hause läuft, als mit dieser dampfenden und pfeifenden Eisenbahn zu fahren. Oder auch am Beispiel der Konkordia-Sänger, deren Verein im Mai 1933 von den Nazis verboten wird, und denen es gelingt, ihre Fahne vor dem Zugriff der Diktatur zu retten.

Etliche Vereine und Institutionen mit- und zusammengewirkt

Genaue Regeln beachten mussten die Menschen im 16. Jahrhundert auch bei der Planung eines Fests.© BechtholdGenaue Regeln beachten mussten die Menschen im 16. Jahrhundert auch bei der Planung eines Fests.

Das Stück, das so viel Mitwirkende hat, dass diese gar nicht alle genannt werden können, ist aber auch ein Zeichen, dass Zusammenarbeit in der Schlossstadt nicht nur möglich ist, sondern auch noch wunderbare Ergebnisse liefert. Denn neben den vielen Laien, die Eva Zeidler auf die Bühne geholt hat, haben auch noch etliche Vereine und Institutionen mit- und zusammengewirkt. Die Evangelische Kantorei etwa, die Szenen musikalisch begleitete, eine Tanzgruppe der TSV-Abteilung Trend Dance, die am Ende als „ICE Heusenstamm“ auf die Bühne stürmte, oder auch der Gesangverein Konkordia , dessen Mitglieder die Szene um das Verbot durch die Nazis natürlich selbst darstellten. Groß auch der Aufwand, die dreizehn kleinen Geschichten historisch korrekt zu zeigen.

Eine Überraschung war der Auftritt nach der Pause, bei dem Frank Plomer, Frank Neumann, Christoph Heberer und Hendrik van Eck ihr Lied zur 800-Jahr-Feier sangen, das Ende der Woche als CD erscheinen soll.

Nur eine ganz kleine Kleinigkeit sollte man bei einer weiteren Aufführung vielleicht verändern: Wenn am Ende das Heusenstamm-Lied gesungen wird, sollte das Publikum von Anfang zum Mitsingen aufgefordert werden. Denn in das Repertoire eines anspruchsvollen Kirchenchors passt dieses Lied einfach nicht.

Die „Geschichten aus der Geschichte“ werden am Sonntag, 18. September, um 18 Uhr noch einmal auf der Bannturm-Bühne aufgeführt. Karten dafür gibt es im Vorverkauf in „Das Buch“ an der Frankfurter Straße und „Die Bücherinsel“ im Einkaufszentrum „Alte Linde“.

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