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Bald beginnt die Krötenwanderung in Heusenstamm

Reisehelfer für Frösche gesucht

Heusenstamm - Fast wären sie schon losgelaufen, die Erdkröten, Teich- und Bergmolche, Gras- und Springfrösche, die in den Wäldern rund um Heusenstamm leben. Losgelaufen, um jenen Teich oder Weiher zu erreichen, in dem sie selbst als Kaulquappe herum geschwommen sind. Von Claudia Bechthold

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An der Wurzelschneise gerettete Amphibien.

Doch nun dürften die Amphibien ihre Fortpflanzungspläne, denn nur darum geht es, vorerst - buchstäblich - auf Eis gelegt haben. Die Frühlingsgefühle, die die milde Witterung im Januar bei manchen Tieren und Pflanzen schon geweckt hatte, sind vom nun herrschenden Frost gründlich ausgetrieben worden.

Für Heusenstamms Waldschützer bedeutet das aber nicht, dass sie die Hände in den Schoß legen können. „Sobald es einigermaßen frostfrei ist, kann das Startsignal von einem Tag auf den anderen kommen“, sagt Dietmar Tinat, seit wenigen Wochen Vorsitzender des Schlossstädter Ortsverbands der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Und wenn die Kröten erst einmal mit dem Wandern beginnen, muss schnell reagiert werden. Sonst gibt es zu viele überfahrene Tiere.

Wurzelschneise wird gesperrt

Zwei Stellen müssen die Waldschützer besonders gut beobachten: die Wurzelschneise zwischen Offenbacher Straße und dem Campus-Gelände sowie die Rembrücker Straße in Höhe des Schermsees. Die Wurzelschneise wird, wenn die Kröten sich auf den Weg machen, für Autos gesperrt. Meist sind die Tiere in der Dämmerung unterwegs. Deshalb werden die Schranken, die dort mittlerweile installiert sind, am späteren Nachmittag geschlossen. Am nächsten Morgen kann, wenn es hell genug ist, wieder geöffnet werden. Dennoch müssen auch dort immer wieder Amphibien von Hand in Richtung „ihres Teichs“ getragen werden.

Etwas schwieriger sind die Rettungsaktionen an der Rembrücker Straße. „Dort stellen wir zwischen Martinsee-Kreisel und dem ersten Wirtschaftsweg des Forstes Krötenzäune im Wald auf“, erläutert Dietmar Tinat. Entlang dieser Zäune werden dann Löcher gegraben, in die Eimer gestellt werden. Die Eimer sind am Boden durchlöchert, damit Regenwasser ablaufen kann.

Helfer sind willkommen

Morgens in der Dämmerung - also noch vor Sonnenaufgang - und abends müssen diese Eimer dann herausgenommen und auf die andere Straßenseite gebracht werden. Dort - in der Nähe des Sees - dürfen die Tiere ihren Weg wieder allein fortsetzen. Das sei nicht ganz ungefährlich, weiß Tinat, denn gerade in der Dämmerung könne man durchaus einmal von einem Autofahrer übersehen werden: „Wir tragen deshalb alle Warnwesten.“ Außerdem werden entsprechende Schilder aufgestellt und das Tempo für Autofahrer während dieser Zeit auf 30 Stundenkilometer reduziert.

Noch sucht Tinat Helfer, die bereit sind, etwa von Mitte März an für etwa sechs Wochen jeden Morgen und jeden Abend den Kröten über die Rembrücker Straße zu helfen. Wer sich dafür interessiert, kann sich per E-Mail unter dietmar@waldjugend-heusenstamm.de melden.

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