Heusenstamm - Freude und Erleichterung zugleich zeigt Gesine Weber von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Kreises Offenbach. Mit dem Fund vom vergangenen Freitag ist nun endgültig bewiesen, dass die am Ufer der Bieber ausgegrabenen Mauern zu einer Mühle gehörten. Von Claudia Bechthold

© Bechthold
Die Scherben der Ofenkacheln.
Dieses Dorf wurde irgendwann von den Bewohnern aufgegeben. Die Gründe dafür sind unbekannt. Es sei möglich, dass die Bewohner bei der Entstehung von Patershausen dorthin umgesiedelt seien, sagt Gesine Weber. Denkbar sei aber auch, dass die Aufgabe klimatische Gründe habe, da es in dieser Zeit eine „kleine Eiszeit“ gab.
Dazu zählen unter anderem Teile von gotischen Ofenkacheln, die aus dem 14. oder 15. Jahrhundert stammen könnten. Weitere Kachelstücke sind vermutlich im 16. Jahrhundert hergestellt worden. „Das sind aber alles Vermutungen, die wir nach dem Ende der Ausgrabung recherchieren und bestätigen müssen“, betont Weber.
Ein weiteres Fundstück sei ebenfalls etwas Besonderes, betont Claudia Jäger. Es ist ein Stück einer leicht gebogenen Tonröhre. Dabei handelt es sich um ein Signal- oder Pilgerhorn, auch Aach(en) horn genannt. Diese etwa 30 Zentimeter langen Hörner wurden vom 14. bis zum 16. Jahrhundert in der Nähe von Aachen hergestellt. Aachener Pilger sollen mit den Hörnern beim feierlichen Zeigen von Reliquien ohrenbetäubenden Lärm gemacht haben. Und einen Pilgerweg gab es nahe Patershausen ganz sicher.
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