Wasserleitungen bald überprüft. Polizei warnt vor Geschäften an der Haustür

Vorsicht vor „scharfer Akquise“

416.03.1016.03.10|HeusenstammFacebook
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Heusenstamm ‐   Abzocke an der Haustür - nicht erst seit dem Enkeltrick wird vor betrügerischen Vorgehen dieser Art gewarnt. Heimtückisch und gewieft gehen die Ganoven vor und wickeln ihre ahnungslosen Opfer um den Finger. Von Jörn Polzin

© Archiv

Über das Frühwarnsystem Ringmaster werden Bürger in Heusenstamm über Gefahren wie mögliche Haustürgeschäfte informiert. Erster Stadtrat Uwe Michael Hajdu (rechts) und die Polizei hoffen auf Vernunft und Weitsicht der Menschen.

Schnell ist der vermeintlich profitable Vertrag unterschrieben - und der spätere Ärger umso größer. Zurück bleiben lange Gesichter bei den Betroffenen. Aus diesem Grund warnt die Stadt Heusenstamm vor so genannten Haustürgeschäften und bezieht sich dabei auf einen aktuellen Anlass: die Überprüfung privater Abwasserhausleitungen.

Hintergrund: Nach einer Novellierung des Hessischen Wassergesetzes (HWG) sind die Kommunen nun verpflichtet, den Zustand der privaten Abwasserleitungen zu überprüfen. Im Fall von Heusenstamm erstreckt sich das „Untersuchungsgebiet“ auf etwa 200 Kilometer.

Der Zustand der Abwasserkanäle soll nun überwacht und dokumentiert werden. Die Stadt sei verpflichtet, sich entsprechende Nachweise von den Grundstückseigentümern vorlegen zu lassen. „Wir werden die Bürger bei den bevorstehenden Aufgaben nicht allein lassen, sondern als Kommune beratend zur Seite stehen“, heißt es in einer Mitteilung. Zum jetzigen Zeitpunkt bestehe allerdings noch kein akuter Handlungsbedarf, da die Eigenkontrollverordnung (EKVO) als Rechts- und Handlungsgrundlage in Hessen noch nicht vorliegt, die die notwendige Details zur Umsetzung regeln soll. Die EKVO soll erst im April verabschiedet werden.

Keine Haustürverträge abzuschließen

Stadt und Polizei befürchten nun, dass Unternehmen genau diesen „Spielraum“ ausnutzen und Bürger mit teils zweifelhaften Offerten verunsichern könnten. Die Sorge scheint nicht unbegründet. Dieser Tage meldete sich ein Bürger aus Obertshausen bei der Polizei, der ein „unseriöses Angebot“ erhalten hatte. „Es war kein überzogener Preis, im Gegenteil, aber das Verhalten der beiden Männer hat den Bürger stutzig gemacht“, erklärt Polizeisprecher Henry Faltin im Gespräch mit unserer Zeitung. Sehr rigoros und aufdringlich seien die Vertreter des Unternehmens vorgegangen und hätten den Mann auf eine Änderung in der Satzung der Verwaltung hingewiesen. Faltin spricht von „scharfer Akquise“. Die Beamten prüften die Personalien der beiden Männer, konnten aber keine strafbare Handlung erkennen. Erst bei der gezielten Vortäuschung falscher Tatsachen könne die Polizei einschreiten, so Faltin. „Wenn beispielsweise unanständig hohe Preise aufgestellt werden, ist das ein zivilrechtlicher Vorgang.“

Der erfahrene Polizeibeamte warnt die Bürger davor, Haustürverträge voreilig abzuschließen. „Wir können den Menschen nur raten, geduldig zu sein und auf die Entscheidung im April zu warten.“ Bürger, die merkwürdige Beobachtungen machen, sollten gleich zum Hörer greifen und die Behörden informieren.

Für Rückfragen steht der städtische Fachdienst Tiefbau und Straßenbau im Rathaus unter Tel.: 06104 607 1320 und 06104 607 1303 zur Verfügung. Hinweise sind auch an alle hiesigen Polizeidienststellen möglich.

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