Silbermond in der Jahrhunderthalle

Balladen treffen mitten ins Herz

004.12.0904.12.09|KulturFacebook
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Es ist lange her, dass wir bei euch waren“, ruft Stefanie Kloß in die Menge und gelobt für kommende Jahre Besserung. 2004 war Silbermond letztmals in Frankfurt aufgetreten. „In der Batschkapp, vor 600 Leuten“, erinnert sich die Frontfrau. Vor acht Jahren wurde die vierköpfige Band aus Bautzen noch als zweitbeste Schülerband Sachsens ausgezeichnet.Von Anke Steinfadt

© dpa

Manchmal macht der anhaltende Beifall die Frontsängerin Stefanie Kloß sprachlos. 

Später spielte sie unter anderem als Vorgruppe von Jeanette Biedermann. Inzwischen füllt Silbermond selbst große Säle. Die Frankfurter Jahrhunderthalle ist ausverkauft.

Die Sängerin will wissen, für wen es das erste Silbermond-Konzert sei. Geplauder mit den Fans ist Programm. Sichtlich erstaunt ist sie, als sich etwa die Hälfte der Anwesenden meldet. Textsicherheit jedoch bringen alle mit. Aktuelle Hits wie „Irgendwas bleibt“ oder „Krieger des Lichts“ werden von Anfang bis Ende mitgesungen. Stimmungsvolle Chöre zu herzergreifenden Balladen.

Sie sind es, für die Silbermond steht, obwohl der überwiegende Teil des Repertoires um einiges rockiger ist. Wenn Stefanie Kloß singt „Du bist das Beste, das mir je passiert ist, es tut so gut, wie du mich liebst“, trifft ihre klare Stimme mitten ins Herz, und Tränen geraten ins Rollen. Es sind die Texte und die Intensität des Vortrags, die zutiefst berührend sind. „Das Beste“ von 2006 wird womöglich für alle Zeiten unübertroffen bleiben.

Es soll allen gut gehen an diesem Abend, das ist der Sängerin und ihren Mitstreitern Thomas Stolle (Gitarre), seinem Bruder Johannes (Bass) und Schlagzeuger Andreas Nowak wichtig. Deshalb machen sie das Publikum zum Teil der Show. La-Ola-Wellen rollen durch die Halle, Fans werden zum Tanzen auf die Bühne geholt, Lichtermeere aus Handy-Displays erweckt, und dann springt Stefanie Kloß mutig in die Menge und lässt sich auf Händen durch den Saal tragen. Zwischendurch steht die Band einmal überraschend auf der Tribüne, um „zu schauen wie es den Leuten in den hinteren Sitzreihen geht“ und von dort oben „Symphonie“ erklingen zu lassen. Später gibt es eine komödiantische Einlage des Schlagzeugers, der mit wackeliger Stimme und Gitarre „Das Lied mit nur einem Akkord“ vorträgt.

Spaß und Ergriffenheit wechseln sich ab, und die Band sammelt mit jeder Konzertminute weitere Sympathiepunkte. Manchmal macht der anhaltende Beifall die Musiker sprachlos. Insgesamt zwei Stunden sind sie auf der Bühne. Zuletzt wird für die Aktion „Fans helfen“ geworben, die Projekte in der Dritten Welt unterstützt. Silbermond muss man einfach mögen.

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