1413.10.09|Kultur|Kultur|
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Offenbach - (th) Orient Academy in Offenbach präsentiert bei „Nacht der Talente“ ihre breite Angebotspalette: Bollywood, Flamenco, Tribal, Ballett und klassischer Bauchtanz.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Zwei junge Frauen in vollem Tanz-Kostümen und Make-Up streifen fachsimpelnd an mir vorbei. Ihr Tanzschmuck klimpert nicht, wie man sich das vorstellen würde bei einer Bauchtanzshow. Die Beiden sehen eher aus wie frisch aus der Gruft. Kein Wunder: Pailletten und Glitzer sind in ihrem Genre verpönt.
Im „Tribal“ ( „tribal“ - englisch für „stammeszugehörig“) geht es eher dunkel zu. Angenähte Kaurimuscheln, Strumpfhosen als Tops, schwarzer Samt, blutrote Fransenröcke, das ist der „Dresscode“ im Tribal. Und was ist nun Tribal? American Tribal Style Bellydance - oder kurz ATS - ist eine Unterart des orientalischen Tanzes. Dieser Stil entstand in den USA nach dem Vorbild verschiedener folkloristischer Tanzarten.
Der oft mehrere Kilogramm schwere antike Silberschmuck an den Kostümen, auf dem Kopf und an Gürteln wird mit Vorliebe aus Afghanistan und den umliegenden Ländern importiert. Statt quäkender orientalischer Oboe und Trommelsolo wird schon mal Elektromusik oder Schockrocker Marilyn Manson bemüht. „So Geheimnisvoll und düster. Endlich mal was ganz anderes in der Bauchtanz-Szene“, denke ich. Die Bollywood-Damen reißen mich gedanklich zurück ins Studio. Sie flüchten kichernd an mir vorbei in ihre Umkleide, das Schlimmste - ihr Auftritt - liegt hinter ihnen.
Die Angebotspalette der Orient Academy ist riesig. Bollywood, Flamenco, Tribal, Ballett, klassischer Bauchtanz. Kein Wunder, dass die „Nacht der Talente“ ebenso bunt gemischt ist. Die Schülerinnen der ‚Akademie‘ zeigen hier der Familie, den Freunden und anderen Interessierten was sie schon alles gelernt haben. In der Natur der Veranstaltung liegt aber auch, dass bei den einzelnen Auftritten nicht alles ganz perfekt gelaufen ist. Eine zu schnelle Armbewegung hier, ein falscher Schritt dort. Doch Studioleiterin und Bauchtanz-Superstar Djamila Kotsch bemerkt ganz richtig: Wie soll man Erfahrungen mit Auftritten sammeln, mit all der Nervosität, den Scheinwerfern und dem Publikum, wenn einen keiner auftreten lässt? „Jedes Jahr schwöre ich mir: Nächstes Jahr keine Show“, sagt Djamila und schmunzelt. „Aber wenn ich dann die Show und die Schülerinnen sehe, bin ich doch jedes Mal wieder froh.“ Ich nehme das einfach mal als Event-Ankündigung zwischen den Zeilen und packe grinsend meine Sachen zusammen.
Rubriklistenbild: © Husfeld
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