Frankfurt - Zu seinen Auftraggebern zählten Päpste, Kardinäle, Könige und Fürsten. Zu seinen Bewunderern gehörte Goethe, der über Claude Lorrain (um 1600 bis 1682), den herausragenden Landschaftsmaler des 17. Von Reinhold Gries

© Trustees of the Ninth Duke of Buccleuch’s Chattels Fund
Claude Lorrain, „Landschaft mit dem Urteil des Paris“ (1633), Öl auf Leinwand.
Jahrhunderts, schrieb: „Seine Bilder haben die höchste Wahrheit, aber keine Spur von Wirklichkeit. Claude kannte die reale Welt bis ins kleinste Detail auswendig und gebrauchte sie als Mittel, um die Welt seiner schönen Seele auszudrücken. “ 130 Werke – Ölgemälde, Federzeichnungen und Radierungen – belegen Goethes Satz „In Claude erklärt sich die Natur für ewig“ in eindrucksvoller Städel-Schau in Frankfurt. Die Verschmelzung von Naturwahrheit, Poesie und Farbperspektive beeinflusste Romantiker wie Impressionisten, Landschaftsmaler wie Gartenarchitekten.
In die Wiege gelegt war Claude Gellée („Le Lorrain“) die Märchenkarriere nicht. Im lothringischen Dorf mit wenig Bildung aufgewachsen, mit zwölf Jahren Waise, ging er zu seinem Bruder, Kunsthandwerker, nach Freiburg und mit 13 nach Rom, wo Pastetenbäcker aus Lothringen gesucht waren. Als Koch kam er zu Deckenmaler Agostini Tassi, der ihn künstlerisch bildete. In Neapel lernte Le Lorrain (der Lothringer) beim Landschaftsmaler Gottfried Wals, ging nach Nancy zurück, um sich 1627 endgültig in der Ewigen Stadt niederzulassen.
Von der Wohnung, später vom Haus nahe der Piazza di Spagna ging Claude mit stillem Eifer und Akribie den Weg von kleinformatigen Landschaften mit Genreszenen zu atmosphärisch dichten wie lichten Naturpanoramen, belebt mit Staffagefiguren aus Mythologie und Bibel. Wegen hochrangiger Auftraggeber waren sie fast unbezahlbar. Trotzdem lehnte Claude, Mitglied der Congregazione dei Virtuosi, Ehrungen ab. Sein Viertel verließ er ungern, es sei denn, um das Tibertal hinauf zu wandern, Auf- und Untergänge der Sonne zu studieren oder in der Natur zu zeichnen.
Solches Arkadien beginnt 1630 mit „Küstenansicht“ und „Landschaft mit dem Urteil des Paris“ oder mit idyllischen Pastoralen wie „Landschaft mit einem Ziegenhirten“ und „Landschaft mit ländlichem Tanz“. Verblüffend frei komponiert Claude in „Hirtenlandschaft mit Titusbogen“ und „Pastorale mit Konstantinsbogen“ römische Ruinen ins ausgeklügelte Bild. Atmosphäre verbreiten Abendlicht, Wolkenspiele und Segelschiffe in „Küstenszene mit der Landung des Aeneas“ oder „Seehafen“.



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.