Genau das machen drei Jungs in der Kriminalkomödie „Alles für Mama“, von Stefan Vögel zu Papier und von Wolfgang Kaus ins Hessische gebracht. In der Regie von Intendantin Sylvia Hoffman kam sie am Volkstheater Frankfurt zur lebhaft akklamierten Uraufführung.
Messer raus, Licht an, drei finstere Gestalten in Rückenansicht, vom Band erklingt „Spiel mir das Lied vom Tod“: So bedrohlich fängt es an, so geht es nicht weiter. „Sie hat mich gebissen!“, jault einer aus dem Gaunertrio, das eine Frau in Handschellen hereinschleppt. Und spätestens als die Zuschauer in der entführten Konstanze Papenburg die Schauspielerin Anette Krämer erkennen, ist klar, was sich die Menschenräuber da eingebrockt haben.
Doch sie haben ihre Rechnung ohne die resolute Konstanze gemacht. Die findet sich nicht mit der Opferrolle ab, hält schnell das Heft des Handelns in der angeketteten Hand. Bald sieht sie ihre Peiniger ohne Maske; rasch findet sie die Klarnamen von „Eisbär“, „Schneemann“ und „Eskimo“ raus.
Ängstlicher Anzug- und Bedenkenträger
Da ist Leo, von Thomas Koob als ängstlicher Anzug- und Bedenkenträger angelegt, der gern gleich alles hinschmisse. Sodann Wolfi, den Emanuel Raggi als Motorrad fahrenden Macho mit wildem Gebaren und rauer Schale über weichem Kern gibt. Schließlich Herbert, von Thomas Hessdörfer verkörpert als Einziger, der kühlen Kopf bewahrt und zu retten sucht, was aus dem Ruder läuft.
Denn was die Amateurganoven fehlgeplant haben: Ihre Geisel hat zwar einen Sohn, den populären TV-Moderator Christian Papenburg („Von Herz zu Herz“), mit Steffen Wilhelm eher Sympathie heischend besetzt. Doch der denkt gar nicht daran, für jene Rabenmutter zu zahlen, die seinen geliebt-zerzausten Teddy durch ein fabrikneues Exemplar ersetzt hat...
Vier völlig unterschiedliche Charaktere
Hoffman, ausgewiesene Expertin für „Frauenstücke“ (Vögels „Altweiberfrühling“ war ein großer Erfolg an der Liesel-Christ-Bühne), beweist hier ihr Gespür für Männer. Mit den Darstellern hat die Mutter dreier Töchter vier völlig unterschiedliche Charaktere entwickelt, deren Zusammenwirken über die eine oder andere Textlänge trägt.
Im Mittelpunkt steht indes Publikumsliebling Anette Krämer, schlappmäulig wie immer, mal nicht als Frau aus dem Volk, sondern als Dame von Welt – was sie überzeugend meistert. Wetten, dass sie am Ende Gefühl zeigt?
‹ Im Spielplan bis 28. Mai











