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Ruben Talberg zeigt neue Malerei und Skulpturen in seinem Offenbacher Atelier

Kunst der Krater und Krusten

122.08.09|Kultur|Kultur|
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Artikel: Kunst der Krater und Krusten

Ein Magier in Offenbach. Ruben Talberg bezeichnet sich selbst als Alchimisten. Er verwendet Elemente aus dem Voodoo-Kult, der Fetischszene sowie Religionsmystik und führt diese Assoziationen künstlerisch zusammen. Dazu benutzt er Knochen, Blut, Sand, Erde, Teer, Farben, Fotografien und Schrott. Von Bettina Owczarek 

Ruben Talbergs „Gran Bosou“

© op-online.de

Ruben Talbergs „Gran Bosou“

Betritt man den Ausstellungsraum im Hinterhof der Offenbacher Ludwigsstraße, drängt sich der Eindruck von Höhlenmalerei auf. Die Wände bedecken großformatige, bunte Ölbilder mit kryptischen Zeichen Sie wirken wie Regenbögen, deren Ringe sich vertikal von oben nach unten ausbreiten; Oder die Aura einer Sonne, von der nur Teile zu erkennen sind. Die Farben reichen von schwarz, weiß, braun, ocker über orange bis blutrot. Sie ragen krustig, grob, fast kraterhaft in den Raum hinein.

Ruben Talberg: „Malerei und Skulpturen“ noch bis Ende September in der Talberg Factory, Ludwigstraße 151, Offenbach. Öffnungszeiten auf Anfrage.

Je näher man tritt, desto spannender werden die Bilder – es ist das fast Dreidimensionale, was so besonders wirkt. Der höhlenartige Effekt wird durch die Erde und die Zweige verstärkt, die Talberg in seinen Farbe vermengt. Vor den Bildern hängen Objekte an Ketten von der Decke – mit Stacheldraht umwickelt und mit Teer bedeckt. Sie sehen wie verkohlte Überreste eines Brandes aus. Der Ölgeruch wirkt übermächtig.

Der Künstler fasst seine alchimistischen Ambitionen mit den Worten zusammen, er verwandle Wertloses in Wertvolles. Sein Hauptaugenmerk liegt im Umwandlungsprozess. Zu seinen neuen Arbeiten mit dem Titel „Durchkämmung“ inspirierte ihn ein in den Vitrinen des ehemaligen Konzentrationslagers von Auschwitz entdeckter Koffer, auf dem die Adresse „Ludwigstraße, Offenbach“ vermerkt war. Er gehörte einem jüdischem Ehepaar. Den Begriff „Durchkämmung“ wählte er wegen seiner Doppeldeutigkeit: Einerseits wird er bei militärischen Operationen benutzt; anderseits erinnert er an die Haufen von Kämmen und Haaren, die in den Depots von Auschwitz ruhen.

 

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