122.08.09|Kultur|Kultur|
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Ein Magier in Offenbach. Ruben Talberg bezeichnet sich selbst als Alchimisten. Er verwendet Elemente aus dem Voodoo-Kult, der Fetischszene sowie Religionsmystik und führt diese Assoziationen künstlerisch zusammen. Dazu benutzt er Knochen, Blut, Sand, Erde, Teer, Farben, Fotografien und Schrott. Von Bettina Owczarek

© op-online.de
Ruben Talbergs „Gran Bosou“
Betritt man den Ausstellungsraum im Hinterhof der Offenbacher Ludwigsstraße, drängt sich der Eindruck von Höhlenmalerei auf. Die Wände bedecken großformatige, bunte Ölbilder mit kryptischen Zeichen Sie wirken wie Regenbögen, deren Ringe sich vertikal von oben nach unten ausbreiten; Oder die Aura einer Sonne, von der nur Teile zu erkennen sind. Die Farben reichen von schwarz, weiß, braun, ocker über orange bis blutrot. Sie ragen krustig, grob, fast kraterhaft in den Raum hinein.
Der Künstler fasst seine alchimistischen Ambitionen mit den Worten zusammen, er verwandle Wertloses in Wertvolles. Sein Hauptaugenmerk liegt im Umwandlungsprozess. Zu seinen neuen Arbeiten mit dem Titel „Durchkämmung“ inspirierte ihn ein in den Vitrinen des ehemaligen Konzentrationslagers von Auschwitz entdeckter Koffer, auf dem die Adresse „Ludwigstraße, Offenbach“ vermerkt war. Er gehörte einem jüdischem Ehepaar. Den Begriff „Durchkämmung“ wählte er wegen seiner Doppeldeutigkeit: Einerseits wird er bei militärischen Operationen benutzt; anderseits erinnert er an die Haufen von Kämmen und Haaren, die in den Depots von Auschwitz ruhen.

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