210.05.10|Kultur|Kultur|
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Frankfurt - Augenzahl wie immer 30? Das will vorab geklärt sein – auch wenn sich die Damen regelmäßig zum Kartenspiel treffen, das ewig gleich abläuft. Karten und Schreibblock gehören in die Mitte, meint die resolute Herta. Von Markus Terharn

© Volkstheater
Kaffee zu viert trinken Brigitte Goebel, Anette Krämer, Verena Wüstkamp und Margit Sponheimer (von links).
Die elegante Agnes ist stets auf dem Laufenden, was Klatsch und Tratsch aus Europas Adel betrifft. Und die rüstige Lisa breitet unverdrossen ihre Yogamatte aus. Aus diesem Trott reißt die listigen Witwen ein kühner Gedanke: Warum nicht die Sparkasse überfallen, um das Geld dem Altenheim zu stiften?
Ja, warum nicht in Zeiten, da Kreditinstitute ihre Ausfälle vom Staat erstattet kriegen? Petra Blumes Stück „Rommé zu dritt“ ist indes kein Kommentar zur Finanzkrise, sondern eine Komödie von 1992, deren niederdeutsches Original zu Ohnsorg- und TV-Ehren gelangte. Im Volkstheater Frankfurt hat Sylvia Hoffman dieses behäbig-norddeutsche Stück dem flinken Humor der Hessen angepasst.
Für ihre dritte Inszenierung an der Liesel-Christ-Bühne bietet Hoffman drei Viertel des Erfolgsquartetts aus ihrer Filmadaption „Altweiberfrühling“ auf, die im Herbst wiederaufgenommen wird – und die den dankbareren Text hat. Zwar gibt es leider keine Rolle für die Offenbacherin Ilona Wiedem, doch ihre Kolleginnen sind mit wahrem Feuereifer bei der Sache. Das Publikum ahnt, wie viel Spaß die Probenarbeit allen bereitet haben muss.
Der überträgt sich, wenn Anette Krämer als die treibende Kraft Herta einen ihrer erschreckend überzeugenden Schwächeanfälle mimt. Wenn Brigitte Goebel den Etepetete-Charakter der arg betulichen Agnes lustvoll hervorkehrt. Oder wenn Margit Sponheimer als burschikose Lisa ihr fastnachtliches Temperament aufblitzen lässt.
Für kontrastierende jugendliche Unbekümmertheit und Attraktivität sorgt Verena Wüstkamp als Hertas Nichte Kerstin, über die sich die dramaturgisch wichtige Bedrohung einschleicht. Als ihr windiger Freund Norbert zeigt sich Detlev Nyga eher von seiner unangenehmen Seite ...

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