Offenbach - Dream Theater sind die Galionsfiguren einer der vielen Erneuerungsströmungen im Metal. Anknüpfend an die Pionierarbeit von Bands wie Rush und Queensryche vermochten sich die 1985 gegründeten US-Ostküstenrocker alsbald als führende Band des Prog Metals zu etablieren. Von Stefan Michalzik

© Georg
Sänger James LaBrie übertreibt die Show nicht.
Auf spieltechnische Finesse wird heute wie einst viel wert gelegt.
Schon die pompöse, auf den Filmkomponisten Hans Zimmer zurückgehende pseudosinfonische Ouvertüre zum Konzert in der Offenbacher Stadthalle, die aus dem Off eingespielt wird, ist ritualisiert; man kennt das von Bands zuhauf. Die Songs des aktuellen Studioalbums „A Dramatic Turn of Events“ gleichen nach zwischenzeitlich poppigeren Ambitionen jenen aus der klassischen Phase der Band Mitte der neunziger Jahre wie eineiige Zwillinge.
Dream Theater neigen zur epischen Breite. Erinnerungen an die frühen Yes werden wach, daneben auch an Jon Lord und die frühen Deep Purple. Das Konzert folgt ganz den Regeln einer konventionellen Dramaturgie, die seit der Steinzeit des Metals in den siebziger Jahren bekannt ist.
Balladen gibt es etliche, dazu ein instrumentaltechnisch protzendes Solo des neuen Schlagzeugers Mike Mangini an seinem zweistöckigen Instrument. Auf Rockballetteinlagen mit Mähnenschwingerei – Mähnen sind durchaus vorhanden – wird indes verzichtet. So sehr Dream Theater auch musikalisch zum Pomp neigen, die Show ist schlicht; James LaBrie, Sänger seit 1991, liegt eine übertrieben primadonnenhafte Attitüde fern.
Dream Theater sind ein Traditionsunternehmen, wie viele andere auch. Wer schon in seiner frühen Zeit altmodisch wirkte, hat freilich mit den Jahren nichts groß zu verlieren.



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