Betrug im Namen der Tafel

Betrug im Namen der Tafel

920.08.0920.08.09|Langen|35 KommentareFacebook
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Langen - Schon vor zwei Wochen hatte die Vorsitzende der Langener Tafel, Friedelgaard Pietsch, über unsere Zeitung gewarnt: „In der Stadt sind Betrüger unterwegs, die angeblich Spenden für unsere Tafel sammeln“. Von Holger Borchard

Die waren am Dienstagnachmittag erneut zugange – dank eines aufmerksamen Zeugen mussten sie allerdings einen unfreiwilligen Zwischenstopp auf der Polizeiwache einlegen.

Der Zeuge, nach eigenen Worten selbst Nutznießer der Langener Tafel, hatte der Polizei gegen 14.30 Uhr vier Frauen „südländischen Aussehens“ gemeldet, die Passanten auf der Bahnstraße um Spenden für die Langener Tafel anbettelten. Die ausgesandte Funkstreife fing das beschriebene Quartett, darunter eine Zehnjährige, Minuten später auf der Einkaufsmeile ab. Zur – laut Polizeisprecher Henry Faltin „nicht gerade einfachen“ – Überprüfung der Personalien wurden die Vier auf die Wache mitgenommen.

Bei den drei erwachsenen Frauen handelte es sich um eine Südosteuropäerin, eine Staatenlose und eine Deutsche – alle einwandfrei einer Volksgruppe zuzuordnen, deren Namen eine Zeitung heute nicht mehr schreiben darf, weil sich sie sich damit garantiert eine Rüge vom Presserat einhandelt. Wir bitten daher um Verständnis, dass wir es wie die Ordnungshüter beim unverfänglichen Hinweis auf besagter Damen Vorliebe für bunte Kleider belassen …

Dass das Quartett, das laut Polizei eine „beachtliche Menge Kleingeld“ mitführte, die Gastfreundschaft der Polizei nicht allzu lange in Anspruch nahm, liegt in der Natur der Sache: „Betteln als solches ist nicht verboten“, betont Faltin. „Bettelt man allerdings unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, ist das Betrug.“

Zur weiteren Aufklärung bittet Faltin dennoch alle Bürger, die ebenfalls von den Frauen auf Spenden für die Langener Tafel angesprochen wurden, die Polizeistation Langen, Tel: 90 300, zu kontaktieren.

Die Langener derart getäuscht zu haben, bestritt das Quartett selbstverständlich vehement. Eine Frau legte obendrein einen Ausweis vor, der sie als Streetworkerin einer Organisation zum Spenden sammeln für selbige (nur für selbige) berechtigt. Spätestens hier beginne das Dilemma der Polizei, verdeutlicht Faltin. „Echter Ausweis, falscher Ausweis – wahre Geschichte, falsche Geschichte: Das Feld ist weit, die Überprüfung unglaublich schwer.“

Wegen Diskriminierung einer Minderheit ist Offenbach-Post Online vom Deutschen Presserat gerügt worden.

Großes Lob zollt der Polizeisprecher daher dem Zeugen: „Seine Aussage und vor allem das sofortige Alarmieren der Kollegen haben dafür gesorgt, dass wir diesem Fall Gesichter und Namen zuordnen können.“

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