Langen - Seit Jahren schon liegt die Gewerbefläche nördlich des Monza-Parks brach, doch nun kommt Bewegung in die Angelegenheit. Zum einen war beim jüngsten Versteigerungstermin des 50. 000 Quadratmeter großen Areals (Teil der „Köllmann-Insolvenz“) ein Interessent aufgetaucht, der nun mit den Gläubigern verhandelt. Von Markus Schaible
Zum anderen will parallel dazu die Stadt selbst tätig werden. Zwar kann sie das Grundstück mit einem Verkehrswert von 8,3 Millionen Euro mangels Geld nicht selbst kaufen, sie will aber einen Projektträger finden, der es erwirbt und in Absprache zu einem hochwertigen Gewerbestandort entwickelt.
Große Pläne gab es einst für das Gesamtareal, das seinen Namen von der Firma Monza hatte, die dort zwischen Pittlerstraße und Bahnlinie in den 70er Jahren Fenster produzierte. Der Monza-Park, wie der heute auf dem südlichen Teil angesiedelte Gewerbepark mit einigen namhaften Unternehmen heißt, sollte erheblich größer werden. Bebaut wurde aber nur rund ein Drittel der Fläche, wie der städtische Fachbereichsleiter Uwe Daneke weiß. Die 50. 000 Quadratmeter, deren Vermarktung seit der Insolvenz des Eigentümers 2004 nahezu komplett ruht (Ausnahme: der Fujitsu-Neubau), waren für die Erweiterung vorgesehen.
Zahlreiche Nachfragen habe die städtische Wirtschaftsförderung allerdings nach Büro-, Gewerbe-, Lager- und Produktionsflächen. Dazu müsste das Gebiet aber in kleinere Parzellen zerlegt und für den Markt fit gemacht werden. Diese Aufgabe könne aber aus finanziellen und fachlichen Gründen weder die Stadt noch eine ihrer Konzerngesellschaften leisten, so der Bürgermeister. Wegen der nicht unerheblichen Kosten für Ankauf, Erschließung und die Beseitigung einer Altlast (verunreinigter Boden von der früheren Fensterproduktion) stelle dies aber auch für Investoren eine hohe Hürde dar.
Deshalb also jetzt die Idee, mit einer Grundstücksentwicklungsgesellschaft zusammenzuarbeiten. Diese würde sich in einem Vertrag mit der Stadt verpflichten, die 50.000 Quadratmeter von den Gläubigern zu erwerben, zu erschließen, neu zu parzellieren und zu vermarkten. Gebhardt: „Der Projektträger handelt dabei in Absprache mit uns, wir wollen ein Mitspracherecht haben.“
Kosten entstünden dabei für die Stadt vorerst keine: „Der Projektträger kauft, nimmt die Erschließung vor und verkauft zu einem Preis, der mit der Stadt abgestimmt ist“, erläutert Daneke. Im besten Fall könne das ganze Areal vermarktet werden, dann sei das ein klarer Gewinn für die Stadt. Allerdings müsse sie am Ende der Vertragslaufzeit (mindestens zehn Jahre) nicht veräußerte Grundstücke zu einem Mindestverkaufspreis, der die Kosten und Gebühren des Entwicklungsträgers deckt, erwerben oder für die Differenz einstehen, wenn dieser Preis nicht erzielt wird. Doch davon sei nicht auszugehen, sagt Daneke: „Wir haben ja Nachfragen, wir hätten das Areal schon mehr als einmal umschlagen können.“
Vorantreiben will die Stadt die Idee, obwohl es parallel dazu seit Kurzem einen Interessenten für die Brache gibt: Der Geschäftsführer der Firma MP Holding GmbH, die bereits auf dem südlich gelegenen ehemaligen Woolworth-Gelände einen Multipark (Büro-, Austellungs-, Service-, Produktions-, Lagerflächen) errichten will, hatte im Januar bei einem Zwangsversteigerungstermin ein erstes Gebot abgegeben. „Unser Plan entstand bereits vorher“, so Daneke, „und wir wissen ja gar nicht, ob der Interessent mit der Bank einig wird. Deshalb stellen wir das jetzt nicht zurück.“ Möglich sei ja auch, die beiden Handlungsstränge irgendwann zusammenzuführen.
Mit Zustimmung des Stadtparlaments möchte der Magistrat umgehend ein Auswahlverfahren unter mindestens drei Projektträgern einleiten und mit dem Favoriten noch möglichst vor der Sommerpause einen Vertrag abschließen. Besprochen wird der Magistratsvorschlag am Mittwoch, 29. Februar (Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr), am 8. März (Haupt- und Finanzausschuss) und 22. März (Stadtverordnetenversammlung).
Rubriklistenbild: © dpa
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