Langen - Sie machen weit mehr als nur Krankenwagen fahren: Die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) – aktuell sind es 55 – engagieren sich in vielfältiger Weise. Von Markus Schaible

© DRK
Ein Bild aus den Anfangstagen: Die Langener Kolonne des Roten Kreuzes posierte stolz für den Fotografen. Ihr Wunsch, sich ehrenamtlich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen, wurde allerdings bereits drei Jahre nach der Gründung jäh beendet: Alle damals 31 Helfer wurden mit Beginn des Ersten Weltkriegs eingezogen, nur die wenigsten von ihnen kehrten lebend zurück.
Sie verrichten Sanitätsdienst im Strandbad, auf Sportplätzen, beim Ebbelwoifest und Ironman sowie bei vielen anderen Veranstaltungen, arbeiten im Katastrophenschutz mit, bilden in Erster Hilfe aus, leisten Sozialarbeit und betreiben eine Kleiderkammer. Und das ehrenamtlich – in Langen seit 100 Jahren. Ein Jubiläum, das unter anderem an diesem Wochenende gefeiert wird.
Es war im Juli 1911, als acht Langener die hiesige „Kolonne des Roten Kreuzes“ ins Leben riefen: Adam Fink, Johannes Groh, Heinrich Karg, Johannes Küster, Philipp Rang, Heinrich Steitz, Peter Vollhard und Dr. Fürst aus der Bahnstraße als Kolonnenarzt. Schon damals opferten sie ihre Freizeit, um ihren Mitmenschen zu helfen. Doch was als Nächstenliebe begann, endete schon nach Kurzem tragisch: Mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 wurden alle 31 Kolonnen-Mitglieder zum Kriegsdienst eingezogen – nur wenige von ihnen kamen lebend zurück.
Im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs wurde die Langener Kolonne dann von den Nazis mit Egelsbach zu einem Zug zwangsvereinigt. Auch nach diesem Krieg war der Wiederaufbau der Organisation schwierig – die Amerikaner erlaubten zur wenigen ehemaligen Mitgliedern, ihre Tätigkeit auszuüben. Dabei stellte die Nachkriegszeit hohe Anforderungen an das Langener DRK: Ausgebombte, Flüchtlinge und Vertriebe wurden nach Langen eingewiesen und mussten versorgt werden – mit Medikamenten, Kleidung und Lebensmitteln. Dies war der Beginn einer umfangreichen Sozialarbeit, die bis heute ein wesentliches Tätigkeitsfeld der Ortsvereinigung geblieben ist.
Die Finanzlage führt dann auch dazu, dass Vorsitzender Manfred Metzger und sein Stellvertreter Norbert Möbius trotz aller Freude über das Jubiläum auch kritische Töne anschlagen: „Für die Arbeit vor Ort gibt es keinerlei staatliche Unterstützung.“ Wer in den Medien Bilder von Helfern nach schweren Katastrophen oder beim Verteilen von warmen Decken und Tee an im Schneechaos stecken gebliebene Autofahrer sehe, müsse sich vergegenwärtigen, dass es sich dabei überwiegend um ehrenamtlich tätiges Personal handele.
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