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Hilfsbereitschaft ist ihr das Wichtigste

Hilfsbereitschaft ist ihr das Wichtigste

Langen - Edith Möbius feiert am morgigen Sonntag ihren 90. Geburtstag / Seit 73 Jahren im Roten Kreuz aktiv

(ble) „Ich bin die Teetante“, sagt Edith Möbius und lacht. Die Frau, die mit diesem Satz auf ihre ehrenamtliche Tätigkeit beim Roten Kreuz anspielt, hat in der Tat gut lachen: 90 Jahre alt wird sie morgen – und diesen Ehrentag erlebt sie bei außerordentlich guter körperlicher und geistiger Fitness.

Die Antwort auf die Frage, was sie so fit hält, fällt Edith Möbius leicht: Fast ihr ganzes Leben hat sie sich für andere Menschen engagiert und tut dies eben auch heute noch: Jeden Dienstag ist sie in der Kleiderkammer des Langener DRK-Ortsvereins zu finden, wo sie mit ihren Kameradinnen die Kleider für die Bedürftigen sortiert und ausgibt. Und bei den Blutspendeterminen mehrmals im Jahr versorgt sie die Spender mit kühlen Getränken und warmem Tee – die Teetante eben.

„Früher“, erinnert sie sich, „hatten wir da viel mehr zu tun. Wir saßen an den Betten, hielten die Flaschen und mussten das Blut ständig bewegen. Heute gibt es dafür ja Maschinen.“

Seit 1936 ist Edith Möbius aktives Mitglied des Roten Kreuzes – also seit 73 Jahren. Kurze Pausen gab es nur bei der Geburt der drei Kinder und als sie ihren Mann Helmut bis zu seinem Tod vor zwei Jahren pflegte. Den damaligen Sanitätsfeldwebel lernte sie im Zweiten Weltkrieg kennen, als sie – von der Wehrmacht eingezogen – im Offenbacher Lazarett arbeitete. „Ich gehörte dem Internationalen Roten Kreuz an und hatte einen Eid auf Henry Dunant geschworen, deshalb durfte ich auch Kriegsgefangene aus Polen und Frankreich pflegen“, blickt Möbius zurück: „Das waren die dankbarsten Patienten.“

Nach dem Krieg war Helmut Möbius einer der Gründer des Langener DRK-Ortsvereins; er war Bereitschaftsführer und Ersthelfer-Ausbilder. Zusammengeschweißt habe die Beiden während ihrer 66-jährigen Ehe nicht nur die Liebe, sondern auch das Engagement im DRK, sagt sie: Ohne das gegenseitige Verständnis sei eine solch aufwändige ehrenamtliche Tätigkeit kaum möglich.

Ihre drei Kinder, fünf Enkel und sechs Urenkel sind für Edith Möbius da (und kommen natürlich auch zur Feier), wenn sie einmal selbst Unterstützung braucht. Und wenn ausnahmsweise mal gerade keiner kann, ist das auch nicht weiter schlimm, sagt sie: „In der Nachbarschaft ist kein alter Mensch gestorben, ohne dass ich ihn gepflegt hätte. Und die jungen danken es mir heute, indem sie mir jederzeit helfen, wenn es mal nötig ist.“ So etwas, sagt Edith Möbius, würde sie sich auch bei vielen anderen Menschen wünschen.

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