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Langener Swim Nights sind der Hit

Jeden Donnerstag wogt der See

1023.07.09|Langen|Langen|
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Artikel: Jeden Donnerstag wogt der See

Langen - Die Swim Nights am Langener Waldsee sind ein voller Erfolg. Seit Juni bietet der Top-Triathlet Jan Sibbersen dort jeden Donnerstag Konditionstraining für geübte Schwimmer im offenen Gewässer an – also auch heute Abend wieder. Von Carolin Veigel

© Strohfeldt

Ob mit oder ohne Neoprenanzug: Unter wettkampfnahen Bedingungen kann noch bis Ende August donnerstags im Waldsee trainiert werden.

Perfektes Sommerwetter lockte am vergangenen Donnerstag 170 Sportler zum Waldsee. „Wir hatten auch schon mal 250 bis 300 Leute hier. Dass die Swim Nights so gut angenommen werden, hat meine kühnsten Erwartungen übertroffen“, freut sich Sibbersen.

Sein Projekt entstand aus der Idee, ein Gegenstück zum Frankfurter Tuesday Night Skating zu schaffen. Er habe dies Joachim Kolbe, dem Geschäftsführer der Bäder- und Hallenmanagement GmbH, vorgeschlagen – „und der war begeistert“, erzählt Sibbersen. „So wurde die Idee an den Magistrat weitergeleitet und schließlich in die Tat umgesetzt.“ Das Angebot richtet sich an ambitionierte Triathleten und Schwimmer. Und so stürzten sich vergangenen Donnerstag auch Profis wie Lothar Leder, Kai Hundertmarck oder Jürgen Zäck Seite an Seite mit den Hobby-Sportlern ins kühle Nass.

© StrohfeldtDie Swim Nights sind Treffpunkt für Top-Athleten der deutschen Triathlon-Szene wie Jürgen Zäck, Jan Sibbersen, Kai Hundertmarck und Lothar Leder (von links).

Los geht’s jeweils um 18.45 Uhr. Bei der Anmeldung kann man Neoprenanzug und Badekappe ausleihen und Wertsachen zur Aufbewahrung abgeben. Der Startschuss fällt für alle gleichzeitig. Bei 170 kraulenden Menschen in einem wogenden See sieht man erstmal nur noch Arme und Badekappen, bis sich das Feld etwas auseinanderzieht.  Auf dem mit Bojen abgesteckten Kurs – kleine Runden sind 750, große 1 500 Meter lang – kann nämlich jeder schwimmen so viel er mag. „Das Gute ist, dass sich die Schwimmer ihre Zeit selbst einteilen und sich aussuchen können, ob sie alleine oder mit anderen schwimmen möchten“, erklärt Leiter Jan Sibbersen. DLRG und Chef-Schwimmmeister Willi Appel stellen sicher, dass sich bis 20.15 Uhr alle Schwimmer wieder sicher an Land befinden.

Swim Nights als Training

Viele Sportler nutzen die Swim Nights als Training für anstehende Wettkämpfe. Hobby-Triathlet Alexander Lahm aus Nidda bereitet sich auf den Ironman 70.3 in Wiesbaden vor. „Hier kann man erstens mal die Neoprenanzüge testen und zweitens so einen Massenstart. Das ist das Wichtigste. Da wird öfter mal geschubst und gestoßen, das ist einfach etwas ganz anderes“, so Lahm. „Außerdem muss man erst mal seinen Rhythmus finden und lernen, ihn zu halten. Das ist wirklich interessant.“

Arno Neumann von den Langener Waldseehaien trifft sich regelmäßig mit Freunden zu den Swim Nights, um sich ebenfalls auf den Ironman in Wiesbaden vorzubereiten. „Es ist einfach fantastisch, hier unter Originalbedingungen mit Profis trainieren zu können“, findet Neumann und Kumpel Roland Schiff-Martini ergänzt lachend: „Da wird man regelrecht mit dem Ironman-Virus infiziert.“ Simon Müller, ebenfalls ein Hai, ist überzeugt: „Es gibt keine bessere Möglichkeit, sich auf einen Wettkampf vorzubereiten als hier im offenen Gewässer.“

„Motivierter, wenn man mit so vielen Leuten schwimmen kann“

Das Triathlon-Fieber hat offenbar nicht nur die drei Freunde gepackt. Kai Hundertmarck, ehemaliger Team-Telekom-Radprofi, hat quasi die Disziplin gewechselt beziehungsweise mit Schwimmen und Laufen noch zwei weitere hinzugefügt. „Nach 20 Jahren Profisport möchte ich nicht einfach aufhören“, sagt Hundertmarck. „Ich will weiter machen und meine Fitness halten. Das ist hier mit anderen Leuten viel schöner, als im Schwimmbad Kacheln zu zählen.“

Die Auszubildende Alina Landmann ist ebenfalls vom Radsport zum Triathlon übergegangen. „Ich war Referee beim Ironman 2008 und bin jetzt in meiner ersten Triathlon-Saison. Meine Arbeitskollegen haben mir von den Swim Nights erzählt und so davon geschwärmt – ja und jetzt bin ich auch hier“, erzählt sie schmunzelnd.

Den mehrfachen Deutschen Meister Lothar Leder, der sich auf den Ironman in England vorbereitet, hat es zum regelmäßigen Training ebenfalls an den Langener Waldsee gezogen. Der Grund: „Man ist einfach motivierter, wenn man mit so vielen Leuten schwimmen kann.“ Außerdem, erklärt der Triathlon-Star aus Darmstadt, könne man hier lernen, mit Neoprenanzügen und ohne Wende am Stück zu schwimmen. „Das ist natürlich sehr anstrengend und die Orientierung muss man auch erstmal finden. Am Beckenboden gibt es schwarze Streifen, hier ist der ganze See schwarz und man muss sich nach den Bojen richten.“

Kondition und Können testen

Die Ambitionen des 18-jährigen Alexander Laloi sind verglichen mit denen der Profis eher bescheiden. Er ist bei den Swim Nights dabei, um im offenen Gewässer zu üben, vor allem die Orientierung anhand der Bojen. Er schwimmt beim TV Langen und war dieses Jahr als zweitjüngster Teilnehmer zum ersten Mal für die Waldseehaie beim Ironman am Start. „Ich finde es schön, dass man hier mal andere Neoprenanzüge testen kann.“ Zudem hat sich Alexander entschieden, das Training mit einem Camping-Ausflug zu verbinden. Zusammen mit einem Freund hat er ein kleines Lager auf dem Zeltplatz aufgeschlagen.

Bis Ende August kann man bei den Swim Nights donnerstags zwischen 18.45 und 20.15 Uhr noch Kondition und Können testen. Anschließend müssen die Sportler wieder in den Schwimmbädern „Kacheln zählen“.

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