Langen/Egelsbach ‐ Katzen sind in Deutschland mit Abstand die beliebtesten Haustiere. Dieser Spitzenplatz spiegelt sich allerdings auch in einem weit weniger erfreulichen Zusammenhang wider: Häufiger als andere vierbeinige Zeitgenossen werden Katzen sich selbst überlassen oder gar ausgesetzt. Von Cora Werwitzke

© dpa
Wegen der enorm gestiegenen Zahl streunender Katzen wird die Kastrationspflicht gefordert.
In Langen und Egelsbach stellt sich die Situation inzwischen brisant dar: Der Tierschutzverein spricht von immer mehr unkastrierten Katzen und demnach immer mehr Katzennachwuchs: „Bisher leerten sich im Winter die Tierheime, weil vor allem kleine Katzenbabys ein neues Zuhause fanden“, erläutert Marlis Bahr, stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins Langen/Egelsbach. Seit zwei bis drei Jahren zeichne sich jedoch der Trend ab, dass die hiesigen Tierheime voll sind: „Die Katzenbesitzer kastrieren ihre frei herumlaufenden Tiere nicht mehr. Und eine Katze kann pro Halbjahr sieben Kätzchen werfen“, schildert Bahr die Problematik und fügt hinzu: „Wir haben noch nie so viele Katzenmütter aufgegriffen – ob entlaufen oder ausgesetzt, ist im Nachhinein kaum zu sagen.“ Allerdings sprechen die Zahlen für sich: Angaben des Tierschutzvereins zufolge werden von 100 gefundenen Katzen nur acht wieder abgeholt.
„Eine Kastrationspflicht wie in anderen Städten würde die Lage entspannen“, betont Marlis Bahr. Auf ihre Anfrage bei der Kommune erhielt die Tierschützerin allerdings nur die Antwort, dass „die Umsetzung schwierig wäre“. Generell kostet die Kastration eines Katers einmalig etwa 50 Euro, die einer Katze rund das Doppelte.
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