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Im Zeichen des Mädchenfußballs bewegt sich an der Sonnenblumenschule in Langen jede Menge

Kicken im Zeichen der Integration

Langen - Das Fußballspielen steht bei Grundschülerinnen der Sonnenblumenschule ganz hoch im Kurs – und darüber sind Schulleiterin Dominique Franzke und die weit über das übliche Maß hinaus engagierte „Teamchefin“ Karin Krenn-Herrmann aus allerlei Gründen heilfroh. Von Holger Borchard

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Mädchenfußball: Wir sind dabei! Bei den Sonnenblumenschülerinnen rollt regelmäßig der Ball. Die Pädagoginnen der Grundschule im Nordend wissen von ihrem sportlichen Integrationsansatz nur Gutes zu berichten – und das sieht man auch beim DFB so.

Das Kicken an der Schule im Nordend steht nämlich ganz im Zeichen der Integration. Das bedeutungsschwangere Wörtchen zielt dabei sowohl auf Kinder mit Migrationshintergrund ab als auch auf sozial schwächere Familien. „Kickschuhe kann sich nicht jeder leisten“, führt Krenn-Herrmann einen simpel-bitteren Umstand vor Augen.

„Es ist uns klar, dass schon die Schulen den veränderten gesellschaftlichen Bedingungen Rechnung tragen müssen“, spinnt Dominique Franzke den roten Faden, der erstmals 2007 an der Schule aufgenommen wurde. Gemeinsam mit dem Förderverein wurde seither ein Konzept entwickelt, das darauf abzielt, „Schulkinder aus Nischen zu holen“, wie Krenn-Herrmann es ausdrückt. Es basiert auf enger Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Förderverein, Klassenlehrerinnen und Trainerin und greift von Klasse zwei bis vier: „Ich unterhalte mich mit den Klassenlehrerinnen, welche Kinder gezielte Förderung brauchen könnten und spreche diese auf die Fußball-AG an“, sagt Krenn-Herrmann. Der Erfolg gibt ihr Recht. „Inzwischen sind 32 Mädchen in der Gruppe, das ist ein Drittel aller Mädchen der Klassen zwei bis vier.“ Mittlerweile sind auch Vereine wie die SG Egelsbach oder die TG Sprendlingen in die Kooperation eingebunden.

Die Vorteile sind offensichtlich und werden nicht zuletzt von den Eltern geschätzt: „Sinnvolle Struktur im Nachmittag, ein Angebot für Freizeitverhalten, das nicht durch elektronische Medien gesteuert ist, Förderung von Eigenschaften wie Teambildung, Konfliktfähigkeit, Ausdauer, Integration und Durchsetzungsvermögen“, zählt Karin Krenn-Herrmann auf.

Größtes Problem ist der Platz

Dass man mitunter dickere Bretter bohren und individuell den Hebel ganz unterschiedlich ansetzen muss, sind Schulleiterin und Trainerin gewohnt. Ein Argument gegen den Fußball-Einstieg wollen sie freilich nicht gelten lassen – das finanzielle. „Deshalb ist der Kostenaufwand schon enorm“, sagt Krenn-Herrmann. „Wir haben zwar einen großzügigen Förderverein, aber Sponsoren täten uns gut.“

Größtes Problem ist mittlerweile der Platz. „Wir brauchen mehr Hallenkapazität als die anderthalb Stunden montags von 13.30 bis 15 Uhr, die wir jetzt haben“, sagt Krenn-Herrmann. „Aber all unsere Bemühungen bei der Stadt sind bislang ins Leere gelaufen.“ Ein Problem, das weiterführende Schulen ebenfalls umtreibt. „Ich weiß von der Adolf-Reichwein-Schule, dass man dort gerne Mädchenfußball anbieten würde. Es scheitert aber auch da an fehlender Hallenzeit“, so Krenn-Herrmann. „Das ist sehr schade. Denn gerade an der Reichwein-Schule sind die meisten Mädchen, die bei uns in der Fußball-AG waren. Wenn man so ein Projekt aufzieht, möchte man ja auch, dass es mit dem Schulwechsel perspektivisch weitergeht – zumal der Mädchenfußball boomt.“

Vielleicht sorgt ja die erfolgreiche Teilnahme der Sonnenblumenschule am Integrationswettbewerb 2011 des Deutschen Fußball Bunds für neuen Rückenwind. Unter 176 Bewerbern hat die Schule es in die bundesweiten Top Ten gebracht. „Es hat zwar nicht für einen Kleintransporter oder Geldpreise, sondern ,nur‘ zu einer Urkunde gereicht, aber: Gewinner sind in jedem Fall die Mädchen“, betont Krenn-Herrmann. „Unser Engagement für die Kinder im Langener Nordend ist vielleicht noch nicht prämiert, aber nun doch anerkannt“. Kontakt/Infos: 06103/201877.

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