Langen - Ann-Kathrin Eicke lächelt verlegen, als ihre ehemalige Lehrerin Verena Euler ihr zum ersten Platz beim Schülerquiz „Wirtschaftswissen im Wettbewerb“ der Wirtschaftsjunioren gratuliert. Komplimente bekommt die 15-jährige Dreieichschülerin zurzeit reichlich. Von Nico Wagner

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Lehrer Stefan Trier (rechts) und seine Kollegin Carolin Mergardt (links) sind stolz auf die Erfolge ihrer Schüler. Grund zur Freude haben (weiter von links): Timo Neuhäuser, Julian Obermeier, Mona Hofmann und Ann-Katrin Eicke.
„Ich glaube, keiner von uns hat damit gerechnet, etwas zu gewinnen“, sagt sie. „Ich freue mich total darüber.“
Gemeinsam mit Julian Obermeier (dritter Platz) und Timo Neuhäuser (zweiter Platz) belegte sie die Podestplätze. Mitschülerin Mona Hofmann sicherte sich im Vergleich mit anderen Schulen sogar den Titel der Kreissiegerin. Sie wird im März zum Bundesentscheid nach Hameln reisen.
Für Stefan Trier haben Wettbewerbe dieser Art eine wichtige Stellung im Bildungssystem. „Viele Schüler haben selbst nach dem Abitur noch keinen Plan, was möglich ist“, sagt er. Die Dreieichschule stellt ihre Schützlinge deshalb für einige Berufsmessen frei. Darüber hinaus versucht Trier, Praxisbezug durch Exkursionen herzustellen. So unternehmen Klassen der Mittelstufe einen Besuch im Gericht und einen im Betrieb. „Wir wollen weg vom Theoretischen. Die Schüler sollen wissen, was in der Praxis läuft. Wie soll ich mir sonst ein Bild der Berufswelt machen?“
Möglich sind solche Projekte nur über Zusatzstunden – die Schüler müssen Freizeit opfern. Ein Fakt, den Trier aber nicht als Hemmschwelle sieht: „Es geht darum, Talente und Neigungen zu entdecken. Hat man die Schüler ins richtige Projekt geschubst, sind sie mit Begeisterung dabei.“ Wer Schüler wie Ann-Kathrin Eicke sprechen hört, wird ihrem Lehrer gerne glauben. „Das Projekt über den Flughafen war richtig spannend. Die Preisverleihung war auch klasse. Wir haben viele neue Leute kennengelernt – echte Wirtschaftsexperten. Es war spannend zu hören, was die so gesagt haben.“
Neben der Orientierung über die Möglichkeiten, die der Arbeitsmarkt bietet, betont Trier, dass sich Schüler auf ihrem Interessensgebiet früh ein Gespür für Abläufe aneignen. Einige Elitegymnasien fordern eine Teilnahme an solchen Wettbewerben. „Als Selektionskriterium sehe ich die Sache aber kritisch“, so Trier. „Meiner Erfahrung nach tauen gerade Schüler, die im Unterricht zurückhaltend sind, bei solchen Projekten oder Wettbewerben auf. Man erhält als Lehrer ein neues Bild von ihnen.“
Ann-Kathrin Eicke freut sich schon auf die nächsten Herausforderungen: „Im nächsten Winter ist unser Praktikum. Jetzt ist Bewerbungszeit. Ich will irgendwas mit Wirtschaft machen.“ Dass sie das Zeug dazu hat, wird ihr und ihren Mitstreitern wohl niemand absprechen können.
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