Langen/Egelsbach - In einer Zeit, in der ohne Strom nichts, aber auch wirklich gar nichts mehr geht in unserer Welt, ist ein Stromausfall wie der vom September 2010 in weiten Teilen Langens und Egelsbachs überaus unangenehm. Von Markus Schaible
Aber auch, wenn die Energie dann wieder fließt, kann das noch zu Problemen führen. Denn sogenannte Spannungsspitzen beim Wiederanschalten der Stromversorgung können dazu führen, dass Elektrogeräte kaputt gehen. Genau dies ist dem Langener Günter S. an jenem 18. September passiert – und seitdem kämpft er darum, die Reparaturkosten ersetzt zu bekommen. Bislang allerdings ohne Erfolg.
Ein Computer und ein Videorekorder gaben damals ihren Geist auf, 225 Euro musste S. hinblättern, damit beides wieder funktionierte. Mit der Rechnung wandte sich der Langener erst einmal an die Stadtwerke. Die jedoch sagen klipp und klar: „Der Stromausfall wurde nicht von uns verschuldet.“ Direktor Manfred Pusdrowski: „Es ist das alte Lied: Die Kunden glauben immer, der örtliche Energieversorger sei zuständig. Dabei haften wir nur, wenn wir selbst grob vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt haben.“
Für Pusdrowski („Wir sind ja selbst in diesem Fall Geschädigte.“) ist also klar: „Haftungs- und Forderungsansprüche sind – wenn überhaupt – an die Firma Eurovia Teerbau GmbH zu richten.“
Genau dies hat S. auch getan, doch die Anwälte der weltweit tätigen Firma haben eine andere Sichtweise der Dinge: „Wir sind nach wie vor der Auffassung, dass der streitgegenständliche Erdschluss nicht auf ein schuldhaftes Verhalten unserer Mandantin zurückgeführt werden kann“, heißt es in einer Ablehnung der finanziellen Forderung.
S. sucht derweil unter anderem in Anzeigen in unserer Zeitung weitere Geschädigte. Gemeinsam, so hofft er, könne ein höherer Druck auf Eurovia erzeugt werden. Aber vielleicht, so sein Wunsch, zeigten sich ja auch die Langener Stadtwerke noch kulant: „Immerhin bin ich seit 1976 Kunde.“
Rubriklistenbild: © Peter Kirchhoff/pixelio.de
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