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Umgestaltung der Bahnstraße in Langen um Jahre verschoben, Romorantin-Anlage und Lutherplatz ganz gestrichen

Blütenträume sind ausgeträumt

Langen - Der geplante Stadtumbau soll nach Ansicht des Magistrats in Teilen ganz gestrichen, in Teilen verschoben werden. Von Markus Schaible

© Strohfeldt

Die Blütenträume werden Träume bleiben: Die Umgestaltung der Romorantin-Anlage wird abgeblasen. Zumindest soll sie im Rahmen der städtischen Grünpflege schrittweise aufgewertet werden, hat sich der Magistrat überlegt.

Der Vorschlag an die Stadtverordneten: Umbau der oberen Bahnstraße nicht bis 2013, sondern irgendwann zwischen 2015 und 2018; Umsetzung des Konzepts Blütenträume für Romorantin-Anlage und Lutherplatz allenfalls in ferner Zukunft.

Hintergrund ist – natürlich – die finanzielle Lage der Stadt. Zwar sei eine Realisierung aller drei Abschnitte aus städtebaulicher Sicht sinnvoll, aber aufgrund des Haushaltsdefizits illusorisch, sagt Erster Stadtrat Klaus-Dieter Schneider. Deshalb wolle man sich nun auf das „Kernstück“ konzentrieren, ergänzt Fachbereichsleiter Carsten Weise, und in der oberen Bahnstraße die Situation für die Gewerbetreibenden verbessern. Dies allerdings auch nicht zeitnah, sondern frühestens 2015, möglicherweise sogar noch später.

Langen bleibt im Stadtumbau-Förderprogramm drin

Dass dies überhaupt möglich ist, sei positiven Gesprächen mit dem Land Hessen geschuldet, erklärt Weise. So bleibt Langen (immer vorausgesetzt, die Stadtverordneten stimmen dem Vorgehen zu) im Stadtumbau-Förderprogramm drin und muss die Zuschüsse, die bislang für Planung, öffentliche Beteiligung und Ähnliches geflossen sind, nicht zurückzahlen. Allerdings weist die Stadt die Mittel für konkrete Baumaßnahmen erst einmal zurück und beantragt sie später neu. Dies habe Chancen und Risiken, sagt Weise. Risiko: Durch politische Veränderungen werden die Mittel für das Bund-Länder-Programm gekürzt oder gestrichen. Chance: Der Zuschuss steigt, weil er sich an der Leistungsfähigkeit des Antragsstellers orientiert (je besser die Kommune aufgestellt ist, desto weniger gibt es dazu). Und Langen ging es bei der ersten Beantragung noch erheblich besser.

Komplett streichen will der Magistrat die Innenstadt-Umgestaltung nicht, da die Stadt sonst deutlich an Attraktivität einbüße. Das Konzept für die obere Bahnstraße soll weiter Grundlage für die Detailplanung sein, bei deren Ausarbeitung dann aber durchaus die Einzelheiten wie beispielsweise die Wasserläufe noch zur Diskussion stehen. Die Gesamtkosten für die Umsetzung schätzt Weise auf 1,5 Millionen Euro.

Kosten von rund 200.000 Euro

Das Gestaltungskonzept lasse sich leicht auch auf andere Abschnitte der Bahnstraße übertragen, sagt Schneider. Hintergrund dieser Aussage: Die Eigentümer des Kaufhauses Braun und des benachbarten Geschäftshauses an der Bahnstraße 97 wollen die Planungen aufgreifen und danach die Fußgängerflächen vor ihren Gebäuden aufwerten. Die Kosten von rund 200.000 Euro für Pflaster und Mobiliar wollen sie sich mit der Stadt teilen. Auch dazu soll die Stadtverordnetenversammlung eine Entscheidung treffen.

Gleiches gilt für die Änderung des Bebauungsplans zur Ansiedlung eines „Einkaufsmagneten“ an der Bahnstraße in Höhe der Einmündung Zimmerstraße. Die Stadt verfügt in dem Bereich über bebaute und unbebaute Immobilien in einer Größenordnung von mehr als 4000 Quadratmetern. Ziel ist es, das Waren- und Branchenangebot in der Innenstadt auszuweiten und zu komplettieren.

Über die Vorlagen diskutieren wird der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr in seiner Sitzung am Mittwoch, 29. Februar. Die Beschlussfassung durch die Stadtverordnetenversammlung ist für den 22. März vorgesehen (jeweils 20 Uhr im Rathaus).

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