Mühlheim - „Ich war ewig nicht mehr schwimmen!“ Michael Gebhardt blickt über den Kassentresen und versucht, sich an den Zeitpunkt seines vorletzten Besuchs im Hallenbad zu erinnern. Von Michael Prochnow

© Michael
Der „lange Sonntag“ werde stets mit Aktionen wie Wasserspielgeräten im Becken verbunden, informierte Schwimmbad-Chef Roland Peterson.
Seinen jüngsten Aufenthalt hingegen hat er noch vor Augen, die zu Berge stehenden Haare verraten, dass der Familienvater gerade vom Föhnen an den Umkleidekabinen kommt. Erst zum zweiten Mal war das feuchte Vergnügen an einem Sonntagnachmittag möglich, und die Familie Gebhardt genoss es bis zur letzten Minute.
Zahlreiche Badegäste taten es ihnen gleich, und der Tenor ist bei den meisten gleich: Die Verlängerung der Öffnungszeit bis 17 Uhr an jedem ersten Sonntag im Monat findet durchweg Anklang. Vor allem bei jungen Müttern und Vätern mit ihren Sprösslingen. Waren es vor vier Wochen, kurz nach dem Jahreswechsel, kaum zwei Dutzend Nutzer, zählten die Mitarbeiter bei der Februar-Ausgabe der Neuerung nun rund doppelt so viele Wasserratten.
„Das muss sich erstmal rumsprechen“, erinnert Wolfgang Lotz an das Procedere, wenn sich ein Angebot ändert. Der DLRG-Mann kennt sich aus, schiebt regelmäßig Dienst am Beckenrand. In einem halben Jahr rechnet er mit deutlich mehr Leuten im Bad. „Bisher bin ich morgens alleine gekommen“, hält Papa Gebhardt Rückblick. Das bedeutete, früh morgens aufstehen, und dafür waren seine Mitbewohner in der Regel nicht zu gewinnen. „Jetzt geht das mit weniger Stress“, freut er sich.
Die freundliche Mitarbeiterin am Empfang weist darauf hin, dass Familien für ein Kind keinen Eintritt zahlen müssen. Sehr beliebt sei auch der frische Kaffee, der an der Kasse in schönen Porzellantassen gereicht wird. Am Vormittag des ersten Sonntags serviert zudem der Bürgeler Bäcker Hermann Bildstein mit seinem Team ein abwechslungsreiches Frühstück im Nebenraum.
In der Schwimmhalle werden Bälle, Reifen, Ringe und Matten aus dem Wasser gefischt. Die Spielgeräte gehörten zum Familienspaß, erläutert Roland Peterson, bei den Stadtwerken zuständig für die Bäder. Der „lange Sonntag“ war eine Anregung von Besuchern, die Ideen und Wünsche in einen Briefkasten am Eingang deponieren können. Und dazu ermutigte Peterson alle Schwimmbadfreunde: „Wir sind immer offen für Vorschläge.“
Die verlängerte Öffnungszeit soll bis Ende des Jahres getestet und dann vielleicht auf alle Sonntage ausgeweitet werden. Grundsätzlich solle das Bad flexibler nutzbar werden. Der Leiter denkt auch an eine Disco, die sein Team mit der DLRG ausrichten könnte. Daneben seien Aktionen wie Schnuppertauchen oder ein Candle Light Dinner mit einem Büfett am Beckenrand machbar.
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