Mühlheim - Einen Fitness-Parcours für über 50-Jährige will Bürgermeister Daniel Tybussek in Mühlheim realisieren. Diese Idee, die der Rathauschef noch im nächste Woche zu beschließenden Haushalt unterbringen will, stößt bei den „Bürgern für Mühlheim“ auf Kritik. Von Bettina Link

© Michael
Zu den Spielplätzen im Stadtgebiet, die überprüft werden sollen, gehört die Einrichtung an der Jean-Monnet-Straße.
Diese wollen, wenn schon Geld, das eigentlich nicht da sei, in die Hand genommen werde, lieber etwas für die Kinder tun und in die Spielplätze der Stadt investieren.
Fraktionsvorsitzender Helmut Weigert äußert im Hinblick auf das Haushaltsdefizit, das sich auf zehn Millionen Euro beläuft, seine Kritik an dem Projekt: „Wenn Geld für ein solches Vorhaben da wäre, hätte ich nichts gegen den Parcours, aber das sind unnötige Ausgaben“. Der Gegenantrag: Von den geplanten 50 .000 Euro Ausgaben für den Parcours 20 .000 Euro für die Sanierung und Modernisierung der Spielplätze in Mühlheim verwenden.
Noch wichtiger als die Verbesserung ist seiner Fraktion allerdings der Erhalt der bisherigen Spielplätze. „Der Bürgermeister überlegt Spielplätze zu schließen, die nicht ausreichend genutzt werden, das lehnen wir entschieden ab“, betont Weigert, der sich nicht vorstellen kann, welcher Spielplatz überhaupt geschlossen werden könne.
Dass einige Spielplätze nicht genutzt würden, liege vielmehr daran, dass die Geräte nicht in Ordnung seien oder das Angebot nicht stimme, findet der Fraktionsvorsitzende. „Wir müssen nicht nur in die Erziehung investieren, sondern auch in das Bewegungsangebot für Kinder“, findet Helmut Weigert. Er ist außerdem der Meinung, dass das sportliche Angebot für die ältere Generation von Vereinen, Fitnessklub und Nordic Walking-Treff ausreichend abgedeckt würde.
Im Sozialausschuss am Dienstag kochte das Thema Spielplatz dann hoch. Robert Müller von den Grünen stimmt zwar zu, dass ein Parcours nur dann gebaut werden solle, wenn das Geld dafür da ist, wofür die „Bürger für Mühlheim mehr Geld“ ausgeben wollten, verstehe er allerdings nicht: „Es sollte erst nachgedacht und dann investiert werden.“ Die Forderung der Opposition, das Budget um 20.000 Euro zu erhöhen, lehnt er ab. Er empört sich: „Die „Bürger für Mühlheim“ haben einst selbst das Spielplatzbudget gekürzt, sie haben in Lämmerspiel aus Spielfläche Bauland gemacht und jetzt spielen sie sich als Retter auf“.
Robert Müller findet, dass ausreichend Spielplätze das Stadtbild schmückten und diese auch gut ausgestattet seien. Er verweist auf den Spielplatz am Ludwigsplatz: „Da ist so viel Edelstahl auf einem Quadratmeter, da passt doch gar nichts mehr hin. Und trotzdem ist dieser Platz von weniger Kindern belebt, als der 200 Meter entfernte in der Jean-Monnet-Straße und dort sind weniger Spielgeräte“, erläutert der Fraktionssprecher. Für ihn spielt vor allem die Qualität eine Rolle: „Wir wollen nicht mehr Spielplätze, aber das verbessern, was wir haben.“ Er fordert ein strukturiertes Vorgehen in der Planung: „In welchem Stadtteil leben wie viele Kinder, wie ist die Bevölkerungsstruktur? Dort wo Kinder leben, müssen wir den Spielraum vorhalten.“
Auch Sylvia Hornung, Fraktionsvorsitzende der SPD, fordert zunächst eine Bestandsaufnahme der Spielplätze..
„Das Bündnis aus SPD und Grünen fordert deswegen mit seinem Haushaltantrag eine genaue Bestandsaufnahme aller Mühlheimer Spielplätze“, so die Fraktionschefin. Erst dann könne entschieden werden, wofür das Geld ausgegeben werde. Bei der geplanten Bedarfsanalyse sollen auch Eltern und Kinder zu Wort kommen.
Facebook 'Like' wird geladen...




Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.