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Theater ohne Popcorn, doch in 3D: „Bunter Hund“ - Gelungener Auftakt zum Kinder- und Jugendtheater-Festival Münster mit „Heinrich V.“

Theater ohne Popcorn, doch in 3D

Münster - Große Aufregung im Foyer der Kulturhalle: Schüler aus sieben Klassen von der Schule auf der Aue, der Altheimer Regenbogenschule und der Eduard-Flanagan-Schule Babenhausen suchen erwartungsvoll nach Orientierung. Und die gibt ihnen gestern Morgen Max Petermann. Von Thomas Meier

© Th. Meier

Gebannt hängen die Schüler an den Lippen des Schauspielers: Auch ohne Popcorn macht echtes castingfreies Thetater Spaß.

„Ich muss noch mal aufs Klo!“,„Nehmen wir unsere Mäntel mit in den Saal?“,„Wo gibt es hier das Popcorn und die Cola?“.

Der großgewachsene Lehrer der Regenbogenschule überragt das Tohuwabohu und gibt klare Anweisungen vor dem Theaterstück, das die 150 Schüler gleich hautnah erleben sollen. Auftakt zum dritten Kinder- und Jugendtheater-Festival „Bunter Hund“.

Nein, es gibt freilich kein Popcorn. Und gesessen wird auch nicht im Großen Saal der Halle, sondern direkt auf der Bühne. Einem Boxring gleich ist das Areal auf der Bühnenmitte von Seilen abgeteilt, in dem sich die Akteure des Theaters „Grüne Soße“ tummeln werden, um ihre Interpretation von „Heinrich der Fünfte“ zu inszenieren. „Hier ist nicht nur alles in 3D, hier ist auch alles echt“, sagt Lehrer Petermann, der auf seine beiden Fragen, wer von den Schülern im Alter von neun bis 13 Jahren schon mal in der Kulturhalle und wer bereits mal im Theater gewesen sei, zumeist nur Kopfschütteln erntet.

„Bunter Hund“ geht in die dritte Runde

Nach zwei erfolgreichen Durchgängen geht „Bunter Hund“ in die dritte Runde. Wieder zeigen professionelle freie Theatergruppen zeitgenössische Inszenierungen in der Kulturhalle. Theater für Kinder zwischen vier und 14 Jahren, Kindergärten und Schulen bekommen hochkarätige Theaterproduktionen aus ganz Hessen frei Haus.

© Th. MeierDie Theatertruppe „Grüne Soße“.

„Kinder brauchen Theater, aber nicht irgendwelches, sondern künstlerisch anspruchsvolles, verantwortlich bedachtes, professionelles Theater“, sagt Petermann. Für „Bunter Hund“ wurden Inszenierungen ausgewählt, die diesem Anspruch genügen und ein breites Spektrum abdecken, was Inhalt und Form angehen: packendes Schauspiel, abenteuerliches Erzähltheater, humorvolles Kistenstück und mehr.

„Bunter Hund“ ist Teil der hessenweiten Gastspielreihe „Flux“, ein großangelegtes Kooperationsprojekt der internationalen Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche (ASSITEJ), dem hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Kultusministerium, zu dem im Internet mehr unter www.theaterundschule.net zu lesen ist. Ausgewählt von einer professionellen Jury bieten die Theatergruppen zu ihren Stücken umfassende Materialien an und führen theaterpädagogische Vor- und Nachbereitungen durch.

Initiiert von Max Petermann, der nicht nur Lehrer in Altheim sondern auch Kulturberater im Bezirk Darmstadt-Dieburg ist, entwickelte sich „Bunter Hund“ schnell zum Kulturprojekt einer großen Koalition aus Schulen, Kindergärten, der Gemeinde Münster und der Projektleitung von „Flux“.

Vorbereitung startete im Sommer 2009

Begonnen hatte die Vorbereitung auf den „Bunten Hund“ im Sommer 2009. Schulen und Kindergärten zeigten schnell Interesse an gemeinsamen Theaterveranstaltungen. Die Gemeinde Münster begrüßte die kulturelle Eigeninitiative und stellte ihrerseits den zentralen Aufführungsort zur Verfügung. Ergänzend zu den Vorstellungen und dem theaterpädagogischen Begleitprogramm fand außerdem eine Fortbildung für Lehrer und Erzieher statt. „Bunter Hund“ bringt Kinder und Jugendliche verschiedenen Alters zusammen, vernetzt Lehrer und Erzieher im Umkreis und erwirkt durch seine Größe Aufmerksamkeit über die Schulmauern hinweg.

Zum aktuellen „Bunten Hund“ findet auch wieder eine Theater-Projektwoche mit dem „Theater Lakritz“ statt. 40 Kinder der dritten Klassen der Regenbogenschule arbeiten intensiv in unterschiedlichen Theater-AGs zum Theaterstück „Die Wanze“. Eine Abschlusspräsentation ist für Freitag, 10. Februar, um 10.30 Uhr in der Regenbogenschule geplant.

Außerdem zeigt die Theater-AG „Wo die Wilden wohnen“. Unterstützt durch die Schüler-Band führen die 16 Kinder der 2. und 4. Klasse einen lustvollen Bilderbogen rund um die Geschichte vom mutigen Max auf, der sich auf Abenteuerreise in das Land seiner Träume macht.

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