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Grundsteinlegung für das Pflegeheim für Demenzkranke an der Ludwigstraße Neu-Isenburg

Altern in Würde ermöglichen

Neu-Isenburg - Den Speis haben die Bauarbeiter extra mit warmem Wasser angerührt, damit er nicht gefriert. Bei minus acht Grad ist gestern der Grundstein für das neue Altenpflegeheim für Demenzkranke gelegt worden. Von Katrin Stassig

© Stassig

Grundsteinlegung im Schatten der Kirche von St. Josef (von links): Markus Schmidt (Bilfinger und Berger), Pfarrer Dr. Klaus Bartl (Innere Mission), Frank Kadereit (Geschäftsführer Mission Leben – Im Alter) und Bürgermeister Herbert Hunkel.

Auf dem Gelände zwischen Ludwig- und Waldstraße entsteht ein Haus mit mehr als 10.000 Kubikmetern umbautem Raum. Die Erdarbeiten auf dem Grundstück sind bereits abgeschlossen, mit dem Rohbau wurde begonnen. Mit noch etwa zehn Monaten Bauzeit rechnet der Bauherr, die Stiftung Innere Mission Darmstadt. Anfang 2013 sollen die ersten Bewohner in das Heim einziehen, das den Namen „An der Königsheide“ tragen wird.

48 Plätze speziell für Demenzkranke stehen dann zur Verfügung. Je zwölf Menschen werden gemeinsam in einer Wohngruppe leben, deren Mittelpunkt eine Küche bildet. Die Investitionssumme beträgt etwa 4,9 Millionen Euro, die Stadt zahlt einen Zuschuss von 1,05 Millionen. Betreiben wird das Heim die „Mission Leben – Im Alter“, ein Unternehmen der Stiftung Innere Mission. Die Mission Leben führt in der Hugenottenstadt bereits die Häuser „An den Platanen“ und „Am Erlenbach“. Leiterin Sylvia Spira wird auch für die neue Einrichtung zuständig sein.

Inzwischen nimmt das Gebäude sichtbar Form an

Pfarrer Dr. Klaus Bartl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, bezeichnete die Grundsteinlegung als Meilenstein, „von dem wir manchmal dachten, er würde sich nie ereignen“. Denn die erste Idee – daran erinnerte Landrat Oliver Quilling, damals noch Bürgermeister der Hugenottenstadt – liegt bereits mehr als zehn Jahre zurück. Bis ein geeignetes Grundstück gefunden und alle Hürden (zum Beispiel in From von Brandschutzauflagen) umschifft waren, dauerte es seine Zeit.

Inzwischen nimmt das Gebäude sichtbar Form an, bis Ende des Jahres soll es stehen. Personal wird bereits gesucht, erste Zusagen gibt es schon.

Pfarrer Bartl zitierte aus dem Abschiedsbrief von Gunter Sachs, der nach der Diagnose Alzheimer Selbstmord begangen hatte – aus Angst vor einem unwürdigen Leben. „Als Christen glauben wir, dass man seine Würde gar nicht verlieren kann“, betonte Bartl. Eine würdevolle Umgebung für Menschen mit Demenz oder Alzheimer zu schaffen, beschrieb er als Ziel der Inneren Mission.

Bürgermeister Hunkel wies darauf hin, dass mit dem neuen Heim die Zahl der stationären Plätze in der Hugenottenstadt von 174 auf 222 steige. Bereits heute seien 22 Prozent der Isenburger älter als 65 Jahre. Bis 2050 sollen es Prognosen zufolge 28 Prozent sein. Somit werde auch der Bedarf weiter zunehmen.

Die Pfarrer Matthias Loesch (evangelisch-reformierte Gemeinde am Marktplatz) und Martin Berker (katholische Gemeinde St. Josef) sprachen auf der Baustelle die Segensbitte.

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