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Evelin Spyra verlässt die Goetheschule: Ein Wunsch ist offen geblieben

Ein Wunsch ist offen geblieben

Neu-Isenburg - Gestern hat Evelin Spyra zum letzten Mal die Gesamtschulkonferenz an der Goetheschule geleitet. Danach verabschiedete sie sich mit einem leisen „Servus“ vom Lehrekollegium, denn sie wechselt ans Staatliche Schulamt in Darmstadt. Von Leo F. Postl

Evelin Spyra

© Postl

Evelin Spyra sagt der Goetheschule Lebewohl.

Eine große Abschiedsparty wird es nicht geben, denn gemäß dem Beamtenrecht wird sie zunächst „abgeordnet“ und erst nach der endgültigen Entscheidung des Hessischen Kultusministeriums schließlich auf ihre neue Dienststelle versetzt. Bis dahin wird auch ihr bisheriger Posten als Schulleiterin des Gymnasiums nicht ausgeschrieben. Die Aufgaben übernimmt ihr Stellvertreter Helmut Rink kommissarisch.

Evelin Spyra kam im September 2004 an die Goetheschule, damals übernahm sie unter Schulleiter Dietrich Heese das Amt der Stellvertreterin. Als dieser 2006 nach Weilburg wechselte, wurde sie Leiterin.

In ihrer Zeit hat sich die Goetheschule sehr verändert, nicht nur aus baulicher Sicht im Zuge einer gründlichen Sanierung. „Wir sind fünfzügig geworden und die Umstellung auf G8 hat uns alle sehr gefordert“, verweist Evelin Spyra auf die größten Herausforderungen. Wie die letzte Schulinspektion im Sommer vergangenen Jahres belegte, ist diese Umstellung bestens gelungen. „Das kann eine Schulleiterin alleine freilich nicht bewirken, da müssen alle mitziehen, um so ein Ergebnis zu erreichen“, betont Spyra und verweist auf den Teamgeist ihres Kollegiums.

Sprachen und Naturwissenschaften ausgebaut

Über den Zuwachs an Schülern konnte sie auch weitere neue Stellen insbesondere für junge Lehrkräfte schaffen. „Wir konnten die Bereiche Sprachen und Naturwissenschaften ausbauen, zudem haben wir in Mathematik den kompetenzorientierten Unterricht mit der Sinus-Ausbildung eingeführt“, nennt sie weitere Erfolge. Das größte Anliegen der Oberstudienrätin war es stets, das Verantwortungsbewusstsein der Kinder, die an „ihre“ Schule kommen, zu fördern – aber auch zu fordern.

Dass sie nun die Goetheschule verlassen will, liegt in der Motivation begründet, nochmals eine neue Herausforderung anzugehen. „Der Gedanke kam mir über die Sommerferien und ist dann schließlich gereift“, erzählt sie. „In der Verwaltung kann man noch viel bewegen, zumal ich jetzt die Bedürfnisse an der Basis kenne“, beschreibt die Oberstudienrätin ihre Beweggründe.

Wäre sie Hessische Kultusministerin, würde sie dafür eintreten, die bereits vorhandenen Pfade der selbstständigen Schule zu festigen und auszubauen. Die Goetheschule verlässt sie mit mehr als einem weinenden Auge. „Es ist kein einfacher Schritt, aber ich habe mir vorgenommen, ihn zu gehen – und Neu-Isenburg ist ja nicht aus der Welt“, meint Spyra, die in Griesheim bei Darmstadt lebt.

In der Hugenottenstadt hat die Schulleiterin viel erreicht, ein Wunsch blieb jedoch offen: „Ich hätte es so gerne erlebt, dass wir eine gemeinsame Aula mit der benachbarten Friedrich-Fröbel-Schule bauen können.“ Auch eine Erweiterung der Bibliothek, damit die Schüler sich zurückziehen können, hätte sie begrüßt.

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