Neu-Isenburg - 150 Jahre hat der Verein überdauert, der im wahrsten Sinne des Wortes aus einer Schnapslaune heraus entstanden ist. Es war am 16. Mai 1862, am Himmelfahrtstag, als die beiden Brüderpaare August und Louis Leichter und Wilhelm und Jean Engel im Frankfurter Stadtwald feierten und mit ihren Liedern das Publikum erfreuten. Von Katrin Stassig

© Archivfoto: Sauda
Die Kümmler sind auch im Karneval sehr aktiv. Unser Bild zeigt den Chor bei der Sitzung vom vergangenen Jahr.
Unter den Zuhörern befand sich der Frankfurter Bürgermeister Karl Konstanz Viktor Fellner, der zufällig vorbeigekommen war. Ihm fiel der Stärkungstrunk der Sänger auf, und er kommentierte ihn mit den Worten: „Ihr seid ja ein richtiges Kümmelquartett“. Das war die Geburtsstunde der „Kümmler“, die damit auch gleich ihren Namen weg hatten.
In diesem Jahr begeht der Gesangverein „Sängergruß Kümmelquartett“ sein 150-jähriges Bestehen. Der endgültige Name entstand erst 1921. In der schweren Zeit nach dem Ersten Weltkrieg hatte sich das Kümmelquartett mit dem Verein Sängergruß zusammengetan. Nach dem offiziellen Zusammenschluss zählte die Gruppe 110 aktive Sänger.
Dabei gab es in der Geschichte des Vereins sogar einmal einen Damenchor. Die Sängerfrauen hatten ihn 1932 nach einem erfolgreichen Geburtstagsständchen für ihre Männer gegründet. Der Frauenchor machte sich allerdings 1936 selbstständig.
„Der Altersdurchschnitt ist leider sehr hoch“, sagt der Vorsitzende über den heutigen Chor. Er liegt bei etwa 60 Jahren. Der jüngste ist etwa 50, der älteste Sänger 82 Jahre. Trotzdem: Das Chorleben funktioniert gut, nur der Nachwuchs fehlt halt, wie überall. Die Idee, eventuell eine Singgemeinschaft mit dem Frohsinn Sängerbund zu gründen und so den Fortbestand der Chöre zu sichern, hat bisher keine Früchte getragen.
Nun konzentriert sich der Verein aber erst mal auf das Jubiläumsjahr. Zusammen mit den 20 Aktiven der Fastnachtsabteilung sowie 60 passiven Mitgliedern planen die Sänger etliche Veranstaltungen. Los geht es mit dem zweiten Standbein der Kümmler, dem Karneval. Und auch da steht ein runder Geburtstag an. Am Samstag, 11. Februar, ab 19.11 Uhr geht nämlich in der Hugenottenhalle die 60. Sitzung über die Bühne. Neben Guggemusik der Kinziggeister und Gesang der drei Tenöre erwartet das Publikum ein Auftritt des Männerballetts, das die Kümmler mit Verstärkung der Watzedonier auf die Beine gestellt haben.
Am 25. März folgt die akademische Feier zum Jubiläum im Haus der Vereine. Am 6. Mai gestaltet der Gesangverein zusammen mit Gästen den „Tag des Liedes“ in der Hugenottenhalle. Jürgen Lauer kündigt einen Querschnitt aus Chorgesang, Schlager und Musicals an.
Zum Vatertag am 17. Mai steht traditionell das Waldfest an der Milanschneise im Programm. Am 28. Juli laden die Kümmler zum Sommerfest mit den Zillertaler Haderlumpen auf das Gelände des Kleingartenvereins Engwaad ein. Zum Abschluss gibt es am 29. September einen Jubiläumsabend in der Hugenottenhalle. Mit dabei sind die „Helligen Knäächte un Mägde“ aus Köln und die Geschwister Hofmann.
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