Zeppelinheim - Wehrführer Udo Bachmann und seine Truppe stecken mitten in den Vorbereitungen. Die Freiwillige Feuerwehr Zeppelinheim feiert in diesem Jahr ihren 75. Geburtstag. Von Katrin Stassig

© Stassig
Blick in die Chronik: Bürgermeister Herbert Hunkel und Wehrführer Udo Bachmann lassen die Geschichte der Zeppelinheimer Feuerwehr Revue passieren.
Für 18. Mai ist eine akademische Feier geplant, einen Tag später steigt ein großes Stadtteilfest mit Umzug durch die Straßen. Gäste aus der Partnerstadt Weida werden erwartet, auch die Kollegen aus Andrézieux-Bou-théon sind eingeladen.
Der spätere erste Bürgermeister Hans von Schiller hat die Freiwillige Feuerwehr am 1. Mai 1937 ins Leben gerufen. Ein Jahr später war die Gruppe bereits 21 Mann stark – exakt so viel wie heute. Am 30. September 1937 erhielt die Siedlung Zeppelinheim, die seit 1936 bestand, die Gemeinderechte.
Die ersten Wehrleute waren allesamt Angestellte der Deutschen Zeppelin-Reederei. Da sich der Ort in unmittelbarer Nähe zum Luftschiffhafen Rhein-Main befand, wollten die Anwohner ihre Siedlung gegen Brände schützen. Ein paar Meter Schlauch und einige Spaten bildeten die spärliche Grundausstattung der Mannschaft. Was an technischem Gerät fehlte, wurde durch Begeisterung und Einsatz wett gemacht.
Die Geschichte der Stadtteilfeuerwehr füllt anderthalb dicke Bücher. Anhand von Fotos, Zeichnungen, Zeitungsausschnitten und Texten lassen sich die Jahre seit der Gründung lebhaft nachvollziehen.
1959 waren die Zeppelinheimer Gastgeber des 59. Kreisfeuerwehrtags. 1970 gründete sich die Jugendfeuerwehr, die aktuell neun Mitglieder stark ist. 1974 wurde das neue Feuerwehrhaus an der Langen Schneise 1 eingeweiht. 1977, zum 40. Geburtstag, fand der 71. Kreisfeuerwehrtag in Zeppelinheim statt.
Und auch so mancher Brand aus dieser Zeit ist der Truppe noch gut im Gedächtnis. Zur Mülldeponie in Buchschlag etwa mussten die Wehrleute in den Siebzigern öfter mal ausrücken. „Das war nicht so angenehm“, weiß Udo Bachmann, dessen Vater Horst schon Wehrführer in Zeppelinheim war. Die Kollegen hätten sich bei diesen Einsätzen auf der Müllhalde immer die Hosenbeine zugebunden. „Denn wenn"s brennt, rennen die Ratten raus.“
Auf der B44 und den Landstraßen kam es damals zu vielen Unfälle mit Schwerverletzten – denn der Airbag war noch nicht erfunden. Von Flammen blieben auch die Sporthalle oder das Forsthaus Mitteldick nicht verschont.
50 bis 100 Einsätze zählt die Zeppelinheimer Feuerwehr pro Jahr. Tagsüber erhalten sie oft Unterstützung von den Kollegen aus der Kernstadt, und im Notfall hilft die Flughafenfeuerwehr aus. Alarmiert werden die freiwilligen Brandschützer dabei in 70 bis 80 Prozent der Fälle ganz altmodisch per Sirene. Denn die Funkalarmempfänger funktionieren nicht immer – der dreifache Heulton hingegen ist nicht zu überhören.
Damit die Truppe auch in Zukunft gut aufgestellt ist, wirbt die Feuerwehr in Zeppelinheim frühzeitig um den Nachwuchs. Seit kurzem gibt es die „Löschdrachen“ für Sechs- bis Zehnjährige. Die Gruppe trifft sich alle zwei Wochen und ist sehr gefragt. Mit 20 Kindern ist sie derzeit voll, es gibt sogar eine Warteliste. Gerade basteln sie an einem eigenen Logo – und sie planen, genau wie die „Großen“, eine kleine Vorführung für das Jubiläumsfest.
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