Gravenbruch - Die amerikanische Rockröhre Tina Turner und die Schaupspielerin Demi Moore haben die Kleider aus Gravenbruch getragen. Auch Skandalnudel Paris Hilton hatte sie an. Von Enrico Sauda

© Sauda
Das Modehaus Ella Singh kleidet auch Stars wie Paris Hilton und Tina Turner ein.
Und die Moderatorinnen Sonya Kraus und Frauke Ludowig oder Eiskunststar Katarina Witt schritten darin über etliche rote Teppiche: Der feine Zwirn aus dem Hause Ella Singh ist ein Markenzeichen, in das sich die Stars gerne hüllen.
Dazu gehören auch die Kandidatinnen von Heidi Klums Show „Germanys next Topmodel“, für die die Gravenbrucher Kleiderschmiede seit etwa drei Jahren arbeitet. „Bei der Staffel im vergangenen Jahr waren wir in Los Angeles“, erzählt Geschäftsführerin Conny Singh, die seit 2004 die Geschicke der Firma leitet. Sie übernahm die Geschäfte von ihrer Schwiegermutter Ella Singh, die 2008 starb.
„Die Stylisten der Sendung sind durch Presseberichte auf uns aufmerksam geworden“, erinnert sich Conny Singh an die Anfänge der Zusammenarbeit mit den „Topmodels“. Bei den Aufnahmen in L.A. sprangen für das Modehaus etwa zehn Minuten Sendezeit heraus.
Inzwischen legt sie ihren Schwerpunkt auf das Internet und hat ihr Hauptaugenmerk auf die junge Linie „Carry Allen“ gerichtet, die im vergangenen Jahr entstand. Zu den beliebtesten Produkten der Gravenbrucher gehören Jerseykleider sowie solche aus Stretch-Samt, die durch Form und Bequemlichkeit bestechen. „Das Schöne an meinem Beruf ist, dass ich viele Frauen glücklich machen kann“, lächelt Conny Singh.
Klar, aus dem Hause Ella Singh gibt es auch richtig teure Kleider. Das kostspieligste ging für 4500 Euro über den Ladentisch. „Aber wir fahren auch die kommerzielle Schiene. Bezahlbarer Glamour, das ist unsere Devise – da geht die Reise hin.“ Das sei nicht zuletzt der Wirtschaftskrise geschuldet. Der Großkunde sage, was er möchte: „Machen Sie mal was Schönes mit Animal und Spitze“, könnte so eine Bestellung lauten. Das Modehaus erstellt dann bis zu 80 Musterteile, von denen gut die Hälfte genommen wird.
„In Deutschland haben wir einen guten Ruf und sind bekannt für luxuriöse Glamour-outfits. Unser Markenzeichen sind dabei die ausgefallenen und auffälligen Stickereien und die edlen Materialien“, beschreibt Conny Singh. „Dass ein Promi meine Kleider trägt, ist harte Arbeit“, sagt die Quereinsteigerin, die zuvor als Stewardess arbeitete. Aber wenn die Promis die Kleider einmal übergestreift haben, „dann sagen sie, sie hätten einen Hauch von Oscar und seien immer ein Hingucker“. Verantwortlich dafür ist seit gut zehn Jahren Chefdesigner Matthias Maus. Der 43-jährige gelernte Schneider präsentiert am 11. November in Berlin seine eigene Kollektion mit dem Namen „MBrillant“.
Angefangen hatte alles Ende der 70er Jahre, als Ella Singh das Modelabel gründete. „Sie war Designerin und der Liebe wegen etwa 15 Jahre zuvor aus dem Schwarzwald ins Rhein-Main-Gebiet gekommen“, erzählt die Schwiegertochter.
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