Neu-Isenburg - Ob am Strand, auf der Liege neben dem Pool oder an lauen Sommerabenden auf der Terrasse im Süden - für viele sind Bücher im Urlaub ein absolutes Muss. Auch die Daheimgebliebenen vertiefen sich gerne auf der Couch oder dem Balkon in Geschichten. Von Manuel Schubert

© Schubert
Jutta Duchmann, Leiterin der Stadtbibliothek, mit ihrem Favoriten: „Die Haarschublade“ von Emmanuelle Pagano.
Vor allem das verregnete und kalte Wetter dürfte zurzeit so manchen dazu bewegen, die eigenen vier Wände einmal nicht zu verlassen und es sich statt dessen mit einem Buch im Wohnzimmer gemütlich zu machen.
Regelmäßig stürmen die Reisewilligen daher kurz vor Abfahrt oder -flug in den Urlaub die örtlichen Buchläden und Büchereien, um sich mit Romanen, Krimis und anderer Lektüre einzudecken. Wir haben bei den Neu-Isenburger Einrichtungen nachgefragt, welche Bücher gerade bei den Kunden besonders hoch im Kurs stehen. Außerdem verrieten uns die Inhaber ihre ganz persönlichen Favoriten.
Doris Albrecht, Leiterin der Hugendubel-Filiale im Isenburg-Zentrum, hat vor kurzem Martin Suters „Allmen und der rosa Diamant“ gelesen und ist begeistert. Besonders gefallen habe ihr der innere Konflikt des Protagonisten, der sein gesamtes Geld verspielt hat und nun aber als Detektiv häufig mit Kunstobjekten, seiner einstigen Leidenschaft, konfrontiert wird. Ehrlichkeit und Begierde prallen hierbei auf interessante Art und Weise aufeinander, so Albrecht.
Bei der Hugendubel-Kundschaft sei momentan vor allem „Erlösung“ vom dänischen Autor Jussi Adler Olsen gefragt.
„Krimis werden im Urlaub immer gerne gelesen“ - dies kann auch Jutta Duchmann, Leiterin der Stadtbibliothek, bestätigen. Als beliebte Autoren nennt sie unter anderem Charlotte Link, Donna Leon, Stieg Larsson und Andrea De Carlo, einen jungen Schriftsteller aus Italien.
Ihr persönlicher Favorit ist jedoch ein anderer: „Die Haarschublade“ von Emmanuelle Pagano hat es Duchmann angetan. Erzählt wird hier die Geschichte einer jungen Frau, die es mit ihren zwei Kindern nicht einfach hat, zumal eines von ihnen behindert ist. Doch im Laufe der Geschichte wird die Protagonistin gemeinsam mit ihren Kindern reifer und gewinnt an Lebenszuversicht.
„Sprachlich ist der Roman sehr interessant formuliert“, lobt Duchmann. „Und auch literarisch gesehen ist das Buch etwas ganz besonderes.“
Uwe Leander, Inhaber von Leanders Bücherwelt (Frankfurter Straße 78), empfiehlt „Im Schatten des Vaters“ von David Vann aus Alaska. Die Geschichte handelt von einem Mann, der mit seinem Sohn in die Wildnis hinaus zieht, was jedoch einige Konflikte hervorruft und alte Geheimnisse aufdeckt. „Dieses Buch nimmt einem den Atem“, ist Leander begeistert.
Des Weiteren nennt er „Paris - ein Fest fürs Leben“ von Ernest Hemmingway und „Muttersohn“ von Martin Walser. Beide Bücher erfreuten sich zurzeit bei seinen Kunden hoher Beliebtheit und hätten auch ihn persönlich durchaus überzeugt. Vor allem „Muttersohn“ bezeichnet der Buchhändler als ein „wichtiges Buch, das eine sehr gute Auseinandersetzung mit der jetzigen Zeit beinhaltet“.
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