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Mädchen früh fürs runde Leder begeistern

Mädchen früh fürs runde Leder begeistern

Neu-Isenburg - (es) „Wenn du mit dem linken Fuß schießen willst, musst du den rechten Fuß so neben den Ball stellen, dass die Spitze dahin zeigt, wohin das Leder soll.“ Diplom-Sportwissenschaftlerin Eva Diehl erklärt der kleinen Lena Kerber ganz genau, wie sie den Fuß halten und wie fest sie zutreten muss, um den Ball zur Mitspielerin zu passen.

Trainer Roger Schäfer zeigt der achtjährigen Lena Kerber, wie sie präzise Pässe spielt. Das Mädchen ist eine von zehn Teilnehmerinnen des Workshops der TSG, der in der Langener Indoor-Soccer-Halle über die Bühne geht. Foto: Sauda

Trainer Roger Schäfer zeigt der achtjährigen Lena Kerber, wie sie präzise Pässe spielt. Das Mädchen ist eine von zehn Teilnehmerinnen des Workshops der TSG, der in der Langener Indoor-Soccer-Halle über die Bühne geht. Foto: Sauda

Die achtjährige Lena ist eines von zehn Mädchen, die am neuen, „schulfreundlichen“ Workshop der Turn- und Sportgemeinschaft (TSG) teilnehmen. Der Kurs geht sechs Wochen lang jeweils montags von 17 bis 19 Uhr in der Indoor-Soccer-Halle in Langen an der Robert-Bosch-Straße über die Bühne. Die Übungen finden bewusst in der Halle statt, „damit wir bei jedem Wetter trainieren können. Wenn‘s schüttet wie aus Eimern, verlieren Achtjährige sehr schnell die Lust“.

Neben Eva Diehl kümmern sich noch Trainer Roger Schäfer sowie die Diplom-Sportwissenschaftlerin Anne Willenweber um die Nachwuchsfußballerinnen. Organisator Manfred Diehl umschreibt die Ziele: „Wir wollen den Mädchen, die vorher nichts oder nur sehr wenig mit Fußball gemein hatten, und deren Eltern ein Angebot unterbreiten, dass zu den Schulzeiten der Kinder passt.“

Wichtig ist es Diehl, dass es sich um ein mehrwöchiges unverbindliches Schnuppertraining handelt, „bei dem die Mädchen im Alter von acht bis zehn Jahren nicht Mitglied im Verein werden und auch nicht zweimal pro Woche auf den Platz zum Üben müssen“. Es gehe ihm um die „beiderseitige Entscheidungsfreiheit“. Ein weiterer Pluspunkt dieser Aktion sei, dass die Teilnehmerinnen nach Ablauf der sechs Wochen ein Testat erhalten, das Eva Diehl zusammenstellt. „Dabei handelt es sich nicht um ein Zeugnis, sondern darum, Koordination und Motorik zu überprüfen und dies festzuhalten“, betont Diehl.

Ein Manko des Mädchenfußballs sei, dass die Kleinen später als ihre männlichen Kollegen zum Kicken kämen - und früher damit aufhörten, „weil‘s bei den Mädchen keine A-Jugend gibt.“ Deshalb sei es wichtig, die Mädchen früher fürs runde Leder zu begeistern.

Das Trainertrio bringt ihnen aber nicht nur Passen, Schießen und Stoppen bei. „Auch der soziale Aspekt ist sehr wichtig“, unterstreicht Anne Willenweber. Bei allem Ernst, mit dem die Akteurinnen bei der Sache sind, ist für die Übungsleiter klar, „dass der Spaß nicht zu kurz kommen darf“. Den haben die zehn Mädchen. „Ich spiele sonst immer in der Schule und habe mir gedacht, dass ich mich mal verbessern könnte“, erklärt Lena, warum sie an dem Workshop teilnimmt. Die Zweitklässlerin ist zufrieden mit dem Trainergespann und den Übungseinheiten: „Hier ist es schön, weil ich viel lerne. Etwa, dass es besser ist, mit der Innenseite des Fußes zu schießen als mit der Spitze.“ Auch der gleichaltrigen Nele Schäfer gefällt‘s: „Ich habe oft mit meinem älteren Bruder gespielt und es hat mir viel Spaß gemacht, deshalb wollte ich unbedingt hierher.“

Interessierte können ihre Töchter noch unter der E-Mail-Adresse kerstin_schaefer_67@yahoo.com oder telefonisch bei Kerstin Schäfer unter 06074 / 69632945 anmelden.

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