Neu-Isenburg - Es wird fleißig gearbeitet im neuen alten Rathaus an der Hugenottenallee. Allerdings sind es nicht nur die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die nach der Sanierung wieder in ihren angestammten Büros zugange sind. Auch die Bauarbeiter haben noch einiges zu tun. Von Katrin Stassig

© Sauda
Siegfried Hahn, Fachplaner für Haustechnik, im Heizungsraum des Rathauses an der Hugenottenallee.
An vielen Stellen wirkt das Rathaus weiterhin wie eine Baustelle. Normalität ist dort noch nicht eingekehrt. Dass die Außenanlagen beim Einzug der Mitarbeiter nicht fertig sein würden, war von vornherein klar. Und dass nicht von Anfang an alles reibungslos läuft, war ebenfalls zu erwarten. Aber wer in diesen Tagen das Innere des Verwaltungsgebäudes betritt, kriegt doch erstmal einen kleinen Schreck. Da hilft auch nicht die freundliche Begrüßung auf dem Monitor am Eingang: „Willkommen im energetisch sanierten Rathaus.“
An etlichen Stellen sind die Bauarbeiten noch im Gange. Umzugskisten und Möbel stapeln sich in den Fluren, die Treppen sind mit Staub bedeckt. Im Kasten mit den amtlichen Bekanntmachungen vor der Tür hängt, etwas verwirrend für die Besucher, immer noch der Hinweiszettel: „Das Rathaus befindet sich derzeit in der Siemensstraße.“
Eine „Baustelle“ sollte eigentlich in dieser Woche abgehakt sein: Für gestern war ein Probelauf der neuen Holzpelletheizung geplant, die heute in Betrieb gehen sollte. Es fehlte jedoch ein wichtiger Schalter, der erst nächste Woche geliefert werden kann.
Die klimafreundliche Anlage war neben der Fassadendämmung Teil der energetischen Sanierung. Außerdem wurde auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert. Mithilfe von Bewegungsmeldern sowie LED-Lampen und Leuchtstoffröhren wird der Stromverbrauch bei der Beleuchtung gesenkt.
Lieferant sind die Stadtwerke, die das Material von der Energieversorgung Offenbach (EVO) beziehen. Die Pellets sind drei Zentimeter lang und haben einen Durchmesser von zehn Millimetern. Ihre Form erinnert an Meerschweinchenfutter. Etwa drei Füllungen pro Jahr reichen aus, um das Rathaus zu beheizen. Das entspricht einer Menge von 100 Tonnen. Die Kosten liegen aktuell bei etwa 230 Euro pro Tonne. Die Stadt rechnet deshalb mit jährlich etwa 25.000 Euro für das Material.
Zum Vergleich: Der Preis der Holzpellets beträgt fünf Cent pro Kilowattstunde, der Preis für Erdgas liegt bei 6,2 Cent pro kWh. Der tatsächliche Verbrauch hängt davon ab, wie streng der Winter wird. Wenn die Pelletheizung bei Frost an ihre Grenzen stößt, schaltet sich automatisch der Erdgasbrenner zu.
Da das Gebäude ursprünglich aus den fünfziger Jahren stammt, rechnet der zuständige Fachplaner für Haustechnik, Siegfried Hahn, mit einer „enormen Einsparung“ durch die energetische Sanierung. Er schätzt, dass der Energieverbrauch um mindestens 50 Prozent gesenkt werden kann.
Im Vergleich zur alten Heizungsanlage muten die Kessel der neuen Generation recht klein an. Sie reichen jedoch aus, um die 4500 Quadratmeter Fläche zu beheizen.
Das neue Rathaus ausgiebig besichtigen können die Isenburger beim Neujahrsempfang am Samstag, 14. Januar. Spätestens dann ist definitiv alles fertig.
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