Neu-Isenburg - Frank Burger weiß noch genau, wie alles angefangen hat. 1994 war der Feuerwehrmann mit dem Motorrad in Kroatien unterwegs. Dort wurde er Zeuge, wie seine Kollegen einen ganzen Karren Feuerwehrhelme entsorgten, weil das jugoslawische Emblem veraltet war. Von Katrin Stassig

Feuerwehrmann Frank Burger sammelt Helme und stellt 64 Exemplare im Schaufenster in der Frankfurter Straße 43 aus.
Ein Exemplar schenkten sie dem deutschen Kollegen. Es sollte das erste Stück einer großen Sammlung werden. Inzwischen besitzt Burger etwa 350 Feuerwehrhelme aus aller Welt. Einen Teil davon stellt er derzeit in einem leer stehenden Geschäft an der Frankfurter Straße aus.
Der Auslöser für seine Sammelleidenschaft liegt eigentlich in seiner Kindheit. „Als ich zehn war, habe ich mir immer die Serie Kampfstern Galactica angeschaut“, erzählt er. „Da gab es die Zylonen.“ Und deren Kopfbedeckungen sahen so ähnlich aus wie die Feuerwehrhelme der Franzosen. Einen solchen wollte Frank Burger deshalb unbedingt haben. Es wurde das zweite Stück in seiner Sammlung, die von da an stetig wuchs.
Der 41-Jährige hat viele Bücher zum Thema gelesen und fährt regelmäßig zu Tauschbörsen und Treffen mit anderen Sammlern. Im März findet eines in Holland statt, im Frühjahr ein weiteres in Südtirol. Dort gibt es ein großes Museum mit über 700 Helmen. Frank Burger hat Kontakt zu Kollegen in Malta, Zypern oder Spanien, die dem gleichen Hobby frönen.
Anfangs hat der Isenburger immer dann, wenn er im Urlaub war, einen Helm mitgenommen. Inzwischen plant er im Voraus einen Tag der Ferien für sein Hobby ein, knüpft Kontakte und vereinbart Termine.
Der 41-Jährige besitzt auch einen schwarzen Helm aus dem türkischen Teil von Zypern, auf den er besonders stolz ist. „An sich sieht der unspektakulär aus“, meint Burger. „Aber er war schwer zu bekommen.“
Auf Sardinien rückte der hauptamtliche Feuerwehrmann bei seinem Besuch zu einem Flächenbrand mit aus. Den Helm, den er während des Einsatzes trug, dürfte er dann behalten.
Inzwischen hat er Exemplare aus Mexiko, China, Südkorea, Japan, Thailand, Vietnam oder Syrien. Nicht überall ist er selbst gewesen, manche hat er von Sammlerkollegen gekauft oder getauscht. Das älteste Stück ist ein Offiziershelm mit Federboa aus Bregenz von etwa 1850.
Die unterschiedlichen Farben der Kopfbedeckungen stehen dabei im Ausland oft für den Dienstgrad, dienen also als optisches Erkennungszeichen. So manches Exemplar möchte Frank Burger im Ernstfall nicht auf dem Kopf haben. Der Helm aus Vietnam zum Beispiel erinnert eher an einen Tropenhut – Schutz vor Verletzungen bietet er nicht.
Ein besonderes Faible hat der 41-Jährige nach wie vor für die chromglänzenden Helme, wie sie in Frankreich oder auch auf Malta oder in Algerien getragen werden. „Die Franzosen hatten schon immer sehr prunkvolle Helme“, sagt Burger und zeigt ein Modell aus dem Jahr 1933. Dass etwa 50 Helme dieser Art zu seiner Sammlung gehören, hängt mit jener Kindheitserinnerung an „Kampfstern Galactica“ zusammen.
Diese Exemplare stehen in Burgers Büro auf der Feuerwache, weitere 40 zuhause in der Wohnung, der Rest lagert im Keller. Eine Auswahl von 64 Helmen zeigt er derzeit im Schaufenster der Frankfurter Straße 43. Jürgen Kabelitz stellt ihm seinen ehemaligen Juwelierladen zur Verfügung, bis er einen Nachmieter gefunden hat.
Schilder erzählen die Geschichte zu den Sammlerstücken, listen das Jahr, die Herkunft und den Dienstgrad auf. Da gibt es zum Beispiel einen Helm der Militärfeuerwehr aus Teheran von 1970 oder einen der Port Authority Police aus New York von 1995. In vielen Ländern ist die Feuerwehr beim Militär oder bei der Polizei angesiedelt. Auch ein Helm aus der Partnerstadt Weida in Thüringen darf nicht fehlen.
Frank Burger würde seine Sammlung gerne dauerhaft ausstellen (Kontakt: Telefonnummer 06102/787961). Wenn das nicht klappt, wird es statt dessen wohl auf ein privates Museum auf dem eigenen Grundstück hinauslaufen.
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