Neu-Isenburg - Die Strompreise in Hessen variieren nach einer Erhebung des Internet-Portals Toptarif.de je nach Wohnort um bis zu 18,6 Prozent. Die Stromkosten seien seit Jahresbeginn in Deutschland durchschnittlich um 6,9 Prozent gestiegen. Welchen Schwankungen die Preise am Strommarkt unterworfen sind und wie sich der Endbetrag für die Verbraucher zusammensetzt, haben wir bei den Isenburger Stadtwerken nachgefragt. Von Leo F. Postl

© Postl
Blick in den zentralen Leitstand: Dort wird das gesamte Stromnetz der Stadtwerke überwacht.
„Nein, das sind nicht die Kennlinien unserer EKGs“, scherzt Eberhard Röder – auch wenn das „Energiebarometer“ durchaus Ähnlichkeit mit einem ärztlichen Befund hat. Röder ist aber kein Arzt, sondern Diplom-Ingenieur und zeichnet als Geschäftsführer für alle Entscheidungen der Stadtwerke verantwortlich. „Aber wenn wir die Bewegungen am Markt verfolgen, um einen Kauf zu tätigen oder dies besser unterlassen, dann treffen diese Linien doch wieder für unseren Pulsschlag zu“, meint Hans-Ulrich Kimpel, der für den Einkauf und Vertrieb von Energie zuständig ist. Um den Kunden einen für Tage, Monate, ja ein ganzes Jahr lang gleich bleibenden Strompreis anbieten zu können, ist viel Sachverstand und „geistige Energie“ nötig.
„Strom wird wie jeder andere Energieträger als Ware an der Börse gehandelt, und wie es dort zugeht, wissen ja alle“, versucht Röder eine Annäherung an das komplexe Thema. Basis der Kalkulation für einen Kauf sind die „Stundenwerte“ an der EEX-Börse. Denn der Preis für eine Kilowattstunde Strom ändert sich manchmal sogar mehrmals in einer Stunde. „Doch das können wir so keinem Kunden vermitteln und erst recht nicht so weiter geben“, betont Kimpel.
Im Verbund der großen Stromlieferanten sind die Isenburger Stadtwerke ein ziemlich „kleines Licht“. Denn auch am Strommarkt gilt die Regel: Je mehr man kauft, desto größer die Verhandlungsbasis. „Vom Gesamtpreis aus betrachtet haben wir gerade mal auf zwei bis drei Prozent einen direkten Einfluss“, schildert Röder die Realitäten. Deshalb haben sich die Stadtwerke Neu-Isenburg, Langen, Dreieich und Mühlheim zu einer „Einkaufsgemeinschaft“ gegenüber der Energieversorgung Offenbach (EVO) zusammengeschlossen.
Die Zufriedenheit der Isenburger mit „ihren“ Stadtwerken scheint indes groß, sonst wären nicht über 97 Prozent der Haushalte, Betriebe und Unternehmen treue Kunden.
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