Obertshausen/Heusenstamm - „Haaaalt! Ich muss sie putzen!“ Diese Begrüßung im Foyer der Obertshausener Mehrzweckhalle an der Waldstraße ließ keinen Zweifel, wohin der Besucher geraten war. Von Michael Prochnow

© Michael
Auch eine Tanzgruppe gehörte zum Programm. Die Kinder bewegten sich zu einer witzigen Melodie.
Schon gar nicht das bunte Zelt auf dem Spielfeld der Joseph-von-Eichendorff-Schule: 60 junge Clowns, Artisten und Tänzer eine Woche lang auf dem Gelände der Rembrücker Matthias-Claudius-Schule eine Zirkus-Vorstellung einstudiert, die am Samstagnachmittag zum Abschluss der gemeinsamen Osterferienspiele der Städte Heusenstamm und Obertshausen über die Bühne ging.
Bereits zum sechsten Mal hatten sich die Fachdienste für Kinder- und Jugendpflege der Nachbargemeinden zusammengetan, um ein attraktives Angebot für Schüler auf die Beine zu stellen. Nach den guten Erfahrungen aus den vergangenen Jahren hatte das zehnköpfige Team um Andrea Filsinger aus der Schlossstadt und Michael Jentzsch erneut die Zirkusleute von „Rolls-Toys“ aus Wiesbaden engagiert. Sie brachten Spielgeräte mit, unterrichteten Betreuer und Kinder in den verschiedenen Disziplinen der Arena.
Eine größere Gruppe übte sich mit passenden Bewegungen zu einem flotten Rhythmus. Zwei Zauberinnen kippten Wasser in eine Zeitung und wieder aus dem Papier heraus, ohne dass dieses auch nur einen Tropfen Feuchtigkeit vorwies. Aus alten Blättern zogen zwei andere Magier einen Teleskop-Baum. Einen guten Gleichgewichtssinn bewiesen Einradfahrer, die selbst auf besonders hohen Satteln ihre Runden drehten. Die Ball-Läufer jonglierten sogar auf ihrem rollenden Untergrund, sprangen Seil und in Reifen.
Viel Mühe hatte sich die Zirkusfamilie auch mit der Moderation gegeben. Gelungen bauten sie die Ankündigungen der Nummern in Sprachspiele, Witze und kleine Szenen ein. Leon bewährte sich sogar als Hip-Hop-Sänger, um die Umbaupause zu überbrücken. Alle Auftritte beeindruckten durch die hohe Konzentration der Akteure. Stolz sogen sie den begeisterten Applaus der Eltern, Großeltern und Freunde in der Halle ein.
Die Zuschauer beobachteten mit Wohlwollen auch das Engagement der kleinen „Stars in der Manege“, sich gegenseitig Hilfestellung zu leisten. Die Teilnehmer haben sichtbar an Selbstbewusstsein gewonnen, traten allesamt sicher ins Rampenlicht und vors Publikum, blieben beständig in den Rollen, in die sie getaucht waren.
Nach dem Programm gab’s im Freien Popcorn, Grillwurst und Apfelschorle. In den Sommerferien hat nur noch die Obertshausener Jugendförderung ein paar Plätze frei. Im Herbst wagen sie dann wieder gemeinsam ein Experiment, laden neben den Kindern auch Eltern und Großeltern ein, einen Zirkus-Auftritt einzustudieren.
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